Küche der Erinnerung. Essen und Exil


Begleitpublikation zur Ausstellung: Küche des Austrian Centre, Glasgow, v.l.n.r.: Edith Königsberg (verheiratete Rosenstrauch) und Hilde Geffner, 1940er-Jahre © Estate of Wolf Suschitzky

25 Jahre
Österreichische Exilbibliothek
Ausstellung im Literaturhaus
von 01. Oktober 2018
bis 10. Januar 2019 

"But in the privacy of our homes how we loved to hear the magic words, Gugelhupf, Palatschinken, Zuckerl."
(Renate Yates)

Die Geschichte nationalsozialistischer Verfolgung und Vertreibung ist nicht zuletzt eine Geschichte von Hunger und Mangel, von Verlust und Befremdung, aber auch von Überleben und Neuorientierung. In vielen Dokumenten des Exils werden Kochen und Essen als stabilisierende Momente beschrieben. Sie symbolisieren die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe – politisch, religiös, sozial, geografisch oder auch familiär. Speisen und ihre Zubereitung können Emotionen und kollektive Erinnerungen an eine Vergangenheit vor der Vertreibung wachrufen, sie erweisen sich als "Gedächtnisorte". Und im Gegenzug: Das Annehmen von kulinarischen Traditionen des Zufluchtslandes kann ein Beitrag zur Akkulturation sein.

In dieser von Veronika Zwerger und Ursula Seeber kuratierten Ausstellung der Österreichischen Exilbibliothek geht es um die soziale und symbolische Ebene des Essens, seine kulturelle Verortung im historischen Kontext. Schwerpunkte liegen auf den Themen: Konsumkulturen vor 1938; Essen und Mangel in Lagern und im Widerstand; Verpflegung auf der Flucht; Fremde Küche / Eigene Küche; Orte der Gastlichkeit im Exil: Cafés, Restaurants, Vereinsheime; Flüchtlinge als Kochbuchautorinnen und Köche; Kochbücher und Rezeptsammlungen des Exils; Essen als Motiv in Literatur und Kunst des Exils; Erinnerung an das Essen: die Zweite Generation.

Begleitbuch

Das gleichnamige Begleitbuch erscheint im Wiener Verlag new academic press mit wissenschaftlichen Beiträgen von Sylvia Asmus, Thomas Ballhausen, Helga Embacher, Hannes Etzlstorfer, Patrick Farges, Claudia Geringer, Heike Klapdor, Brigitte Mayr, Anne-Rose Meyer, Sonja Niederacher, Michael Omasta, Georg Pichler, Swen Steinberg und Jana Waldhör sowie literarischen Texten – meist an entlegener Stelle erschienen oder bisher unpubliziert – u. a. von Jimmy Berg, Alice Herdan-Zuckmayer, Joseph Roth, Egon Schwarz, Lore Segal, Fred Wander und Hermynia Zur Mühlen. Die Publikation wird bei der Ausstellungseröffnung präsentiert.

Eröffnung

Mittwoch, 26. September 2018, 19.00 Uhr
Zur Ausstellung sprechen die Kuratorinnen Ursula Seeber und Veronika Zwerger
Lesung: Lore Segal, New York (in englischer Sprache)
Gespräch: Thomas Ballhausen mit Lore Segal und ihrer Tochter Beatrice Segal (in englischer Sprache)

Ausstellung

01. Oktober 2018 – 10. Jänner 2019
Literaturhaus Wien, 1070 Seidengasse 13
Montag bis Donnerstag 9.00 bis 17.00 Uhr

Kontakt

MMag. Veronika Zwerger
Österreichische Exilbibliothek im Literaturhaus
exilbibliothek(at)literaturhaus.at
www.exilbibliothek.wien

Mit freundlicher Unterstützung von: Zukunftsfonds der Republik Österreich, Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, Wien Neubau, Jewish Welcome Service Vienna, Wirtschaftskammer Österreich