Anna Maria Jokl (Wien 1911 – 2001 Jerusalem)

Am 23. Januar 2011 wäre die Autorin und Psychotherapeutin Anna Maria Jokl 100 Jahre alt geworden.

(c) Alisa Douer, 1991

Verlag Neues Leben, Berlin 1949

Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2011

 

"Die Perlmutterfarbe" 1948 erstmals publiziert und 2008 für das Kino verfilmt, ist seit Generationen jugendlichen LeserInnen ein Begriff. Als Anna Maria Jokl ihren »Kinderroman für fast alle Leute« 1937 schrieb, befand sie sich bereits im Prager Exil, auf der Flucht vor den Nazis.

1928 bis 1932 hatte sie als Journalistin, Hörbuchautorin und Filmdramaturgin ("Wer filmt mit?", 1933) in Berlin gelebt, war Schülerin von Erwin Piscator. 1939 emigrierte sie nach England. Nach einem Studium der Tiefenpsychologie in London und am Jung-Institut in Zürich arbeitete sie ab 1951 als Therapeutin, Autorin und Übersetzerin in Westberlin, 1965 ging sie nach Israel.

Neben Essays und psychoanalytischen Studien schrieb sie vor allem Kinderbücher, etwa "Die wirklichen Wunder des Basilius Knox" (1947, 1997). Sie behandeln naturwissenschaftliche Themen und reflektieren die Logik politischer und gesellschaftlicher Prozesse, ohne auf kindliche Leseerwartungen wie Spannung und Unterhaltung zu verzichten. Nach ihrem autobiografischen Bericht "Die Reise nach London" (1999) erscheint jetzt der von Jennifer Tharr herausgegeben Band "Aus sechs Leben" (Suhrkamp 2011), der erstmals autobiographische Aufzeichnungen der Schriftstellerin aus dem Nachlaß und bislang unveröffentlichte Erzählungen und Briefe vorstellt.

Am 10. Februar stellt Jennifer Tharr das Buch im Literaturhaus vor und spricht mit Michael Omasta, Filmredakteur des Falter, über Anna Maria Jokl und im besonderen über ihre bisher wenig beachteten Talente als experimentelle Autorin in Film und Hörfunk.

Gemeinsam veranstaltet mit SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien und dem Suhrkamp Verlag