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Otto Rudolf Schatz – Ausstellung zum 50. Todestag des österreichischen Buchkünstlers

26.04.2011–22.06.2011

Otto Rudolf Schatz

O. R. Schatz: Hydrieranlage, 1927


Am 26. April 1900 als Sohn einer Beamtenfamilie in Wien geboren, besuchte Schatz die Kunstgewerbeschule unter Oskar Strnad und Anton von Kenner. In der Ersten Republik arbeitete er als Buchillustrator, Grafiker und Maler u. a. für Arthur Roessler, Ernst Preczang und Josef Luitpold Stern. Er illustrierte vor allem Werke aus dem Strom-Verlag (Stefan Zweig, Jack London) aber auch Bücher von Hermynia zur Mühlen, Karl Ziak, Fritz Hochwälder oder Peter Rosegger.

Im März 1938 verließ er, wie viele Mitglieder des Hagenbundes, Österreich und lebte bis 1944 in Brünn. 1944 wurde er ins Konzentrationslager Bistritz verschleppt, wo er 1945 von den sowjetischen Truppen befreit wurde. Nach seiner Rückkehr nach Wien wurde er durch den damaligen Kulturstadtrat Viktor Matejka gefördert. In diese Zeit fällt sein erster Preis für einen Entwurf zur Ausgestaltung des Wiener Westbahnhofs, die allerdings nicht realisiert wurde. Das Wien der Nachkriegsjahre hielt er in vielen Arbeiten fest und schuf auch einige Wandmosaike im Rahmen der Initiative „Kunst am Bau“.

Ein 40 Quadratmeter großes Fresko über den Wiederaufbau des Druckerei- und Zeitungswesens befand sich bis zum Abriss des „Kurier“-Hauses in der Seidengasse in unmittelbarer Nachbarschaft des Literaturhauses – das Fresko wurde auf Initiative der Stadt Wien abgenommen und soll, auf mobile Träger montiert, bald für Ausstellungszwecke zur Verfügung stehen.

Der Nachlaß des Künstlers wird von Wilfried Daim betreut und immer wieder in Ausstellungen präsentiert.

Die Vitrinenausstellung zeigt Beispiele von Schatz‘ Buchkunst aus den Beständen der Bibliothek: Seine Holzschnitte finden sich in Zeitschriften, Broschüren und Büchern wie Stefan Zweigs „Phantastische Nacht“ (1929) oder Upton Sinclairs „Co-Op“ (1937), dem letzten Band der Büchergilde Gutenberg.



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