Und doch stimmt es nicht, dass alle das gleiche wollen, sobald die Lebensgeschichten ein paar ihrer Markierungen angebracht haben. Und doch geht uns andererseits auch ein jeder Neubeginn durch in dem Wissen, dass die Differenzen zwar da sind, sich aber immer wieder auch frische Segmente der Überschneidung ergeben. Und alles wirkt halt zurück, sobald du wirklich ausstapfst in eine Richtung. Ja, dies oder eben nichts, sagt die Melancholie, und da bleibt unweigerlich eben nichts. Aber ihr geht es wohl nicht darum, sondern nur darum, dass diese Art Strömung im Fluss bleibt. Und insofern ist gerade sie es, die sich nie und nichts abklären mag und sich lieber damit bescheidet, unbescheiden zu sagen: Na ja, wir alle leben da halt wieder einmal auf sehr unsicherem Grund, nicht? Aber nein, du musst nicht unbedingt Schleusen öffnen, wenn du meinst, dass dir dabei dann nur halbe Sachen entstünden, und dich deshalb lieber auf diese uneingeschränkt andere Art gerne verirrst, denn das Eingeschränkte mache ja nur das Zusammenleben leichter, aber die Erträglichkeit sei ja wohl wirklich nicht alles. Bitte lass es uns noch einmal versuchen und gemeinsam unfertig sein, und neu. Nein, wir sind schon immer fertig, meine Liebe, vom Anbeginn an, das geht wirklich nicht. Na, hast du jetzt die Schraube der Schere endlich nachgezogen oder nicht? Natürlich nicht, aber vorgenommen habe ich es mir täglich. Ha, ha!
© 2004, Haymon Verlag, Innsbruck.