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Leseprobe: Franz Weinzettl - "Das Glück zwischendurch."

Als wäre es Frühling geworden, nicht Herbst - Schnee erschwerte nicht mehr das Gehen, Mantel und Stiefel waren weggeräumt -, so leichtfüßig schritt er dahin und hätte nun immer weiter bergab gehen mögen, ohne der Stadt näherzukommen.

Er spürte eine spiralenförmige Bewegung in der Brust, stellte sich vor, von einem Windstoß erfaßt und emporgewirbelt zu werden, kehrte in Gedanken wieder zu sich zurück; und unternahm von neuem jene Reise.
In seinem Wohlgefühl zählte er die Schritte mit; ohne Sprünge und Stillstand zählte es von allein in ihm fort. Auch auf seine Art, sich zu bewegen, wirkte es sich aus: statt des üblichen marionettenhaften Gezappels Anmut.
Ohne Ziel unterwegs, hatte er doch das Gefühl, etwas Bestimmtem näherzukommen. Kaum jemand begegnete ihm; und als hätte sich hier niemand mehr gesehnt und es manchmal gebraucht, in die Ferne zu schauen, sah er nie jemanden am Fenster; doch er liebte es, nun ganz allein zu sein.
Er blieb stehen und schaute auf die Stadt, die nur als Ausläufer einer viel größeren Stadt erschien, die hinter den Hügeln im Osten lag; blickte dann wieder zu den Häusern am Weg, hätte gern einmal in jedem davon eine Zeitlang gelebt: stellte es sich als Reise vor, von einem fremden privaten Ort zum andern, in einer Umgebung, deren öffentliche Orte wiederzusehen, ihn oft nur noch verdroß.
Ein gelbes Blatt fiel ihm vor die Füße, und er hob es auf: tagträumend, die Frau, die er noch nicht kannte, hätte es ihm zugedacht.
(S. 57f.)

© 2001, Edition Korrespondenzen, Wien.
Publikation mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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