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H. C. Artmann: Im Schatten der Burenwurst.

Mit Zeichnungen von Ironimus.
Salzburg, Wien: Residenz, 2003.
158 S.; geb.; Eur[A] 17,90.
ISBN 3-7017-1360-X.

Link zur Leseprobe

Hans Carl Artmann (1921-2000), Lyriker, Autor und Übersetzer hatte eine Sprachbegabung, die sich nicht zuletzt in seinen in Mundart gehaltenen Texten zeigt. Im Residenz Verlag erschien in Neuauflage "Im Schatten der Burenwurst", eine Buchausgabe mit gesammelten Prosastücken, die zunächst alle für die Wochenendausgabe des "Neuen Kurier" geschrieben waren und dort auch vor über vierzig Jahren erschienen sind. Ergänzt wurden die im Buch gesammelten Texte mit Illustrationen von Ironimus, dem Wiener Architekten und Karikaturisten mit bürgerlichem Namen Gustav Peichl.

Die kurzen, skurrilen Geschichten aus und über Wien erzählen von den kleinen Leuten, den Sehenswürdigkeiten und Charakteristika der Stadt: vom Kaffeehaus, den Studenten aus dem Orient, dem Prater. Oder von Frau Reißfleisch, die einen Studenten als Untermieter sucht, dann aber von der Angst geplagt wird, ein Schwarzer könnte sich melden. Auch Herrn Fleischhammer, dem das ewige Wiener Schnitzel zu fad geworden ist, begleitet man gerne auf seiner Suche nach nichtösterreichischer Kost durch Wien. Dann ist da noch der Bestseller des Herrn Adamek, die Landluft bei der Toilettenfrau, und, und .... Man amüsiert sich bei allen Geschichten, die sich gut als Zwischendurch-Lektüre eignen. Einfach mal 10 Minuten Pause machen und Artmann zur Hand nehmen, verspricht Entspannung.

Alle diese Texte, oft enthalten sie wunderbare dialektale Dialogszenen, zeigen Wien mit seinen Klischees und seinem Kleinbürgertum, beschwören manchmal ein "Wie es war" herauf. Artmann ist dabei aber nie rückwärts gewandt, denn er hat immer eine kritische und entlarvende Sicht. Seine Kritik ist jedoch gleichzeitig als Liebeserklärung an Wien und die Wiener zu verstehen. Nur wer seine Heimat und ihre Menschen liebt, kann so über sie berichten: ironisch, mit schwarzem Humor und liebevoll zugleich.

Waschechte Wiener werden das höchste Vergnügen mit den Stücken haben. Aber auch, wer die Stadt und ihre Sprache nicht kennt, die Dialoge ganz langsam lesen muss, um die Dialektszenen zu begreifen, freut sich an dieser Sammlung und wünscht sich, Wien einmal aus eigener Sicht - mit Artmann im Gepäck - zu betrachten.

Ironimus trägt sein gutes Teil dazu bei, denn seine mit spitzer und dennoch sympathischer Feder gezeichneten Karikaturen stellen eine hervorragende optische Ergänzung der Texte dar.

Eva Magin-Pelich
21. November 2003

Originalbeitrag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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