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Moritz Csáky und Klaus Zeyringer (Hrsg.): Ambivalenz des kulturellen Erbes.

Vielfachcodierung des historischen Gedächtnisses.
Innsbruck: Studien Verlag, 2000.
295 S., geb.; ATS 369.-.
ISBN 3-7065-1465-6.

"Ach Zentraleuropa", möchte man rufen, "was bist du Objekt der wandelbaren Begierden!" Ist der habsburgische Mythos schön langsam der Erosion anheimgefallen, so hat auch die transnationale Mitteleuropa-Idee inzwischen an Glanz verloren. Selbst der ein Jahrzehnt lang so attraktive Multikulturalismus hat an Eros eingebüßt und wird nun, peu à peu, von "postkolonialen" Fragestellungen (selbstredend "kritisch") unterminiert. Von einem kulturwissenschaftlichen Kongress in Angers - wo sich die methodischen Mühlen bekanntlich schneller als andernorts drehen - erreicht uns ein Tagungsband, welcher die "Ambivalenz des kulturellen Erbes" auszuloten sich anschickt. Wo der Historiker Moritz Csáky die alte Habsburgermonarchie mit dem "Hybrid"-Begriff Stuart Halls kurzschliesst, sehen wir den Prosaisten Karl Emil Franzos durch Homi Bhabhas postkoloniale Diskurstheorie neu (Andrea Corbea-Hoise). Dass gerade in einer majoritär aus Teilminderheiten zusammengesetzten Gesellschaft wie derjenigen des Fin de Siècle-Wien sich die deutsche Hegemonie durch die aggressive Deklassierung anderer Volksgruppen bewähren kann, zeigt Ulrike Tanzer an der Slawenschelte des prominenten Feuilletonisten Daniel Spitzer. Richard Reichensperger reklamiert Johann Nestroys wortwendiges Vorstadttheater für die europäische Moderne, während Franz Haas dem modernen Österreich einen höchst eigen-artigen "Autismus" attribuiert.

 

Christiane Zintzen
6. Mai 2001

zuerst erschienen in: NZZ, 5. 5. 2001.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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