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Olaf Irlenkäuser, Rainer Vollmar: Das Hörbuch der Bücher

Sprecher: Stephan Benson, Norman Hacker, Kai Maertens
Regie: Wolfgang Stockmann
1 CD mit Booklet
Spielzeit: 57 Min.
ISBN 978-3-455-30477
Hamburg: Hoffmann und Campe, 2006

Wer mit dem Lesen beginnt, ist oft auch fasziniert von Aufzählungen, Listen, Tabellen, Reihungen. Bereits das Vierte Buch Mose trägt nicht zu Unrecht den Namen "Numeri", "Zahlen", enthält es doch jede Menge davon. Wer einmal in einer Buchhandlung in den USA gestöbert hat, wird vermutlich überrascht gewesen sein über die große Anzahl von Büchern, die genau aus dem zusammengesetzt sind; Listen, Aufzählungen, Reihungen, Zusammenstellungen kurzer Zitate. Hier findet man die Munition für die nächste Powerpoint-Präsentation, den richtigen Happen für den abendlichen Smalltalk. Das Ganze hat etwas Eitles, Oberflächliches, doch wenn erst einmal als dieses durchschaut, auch etwas amüsant Unterhaltendes.

Großspurig im Titel - "Das Hörbuch der Bücher"(!) - aber im Umfang von einer knappen Stunde überschaubar und wohl portioniert in 51 Abschnitte, deren Reihenfolge, wie Vorwort und Booklet ankündigen, "nur eine von vielen möglichen" ist, bietet die von Olaf Irlenkäuser und Rainer Vollmar zusammengestellte CD eine Menge Wissenswertes, Kurioseys, Belangloses, Lustiges zum Thema Buch. Zwei Auflistungen sind über das Hörbuch hin aufgeteilt, bilden so etwas wie einen roten Faden. Es sind die sechs Abschnitte "So sprechen Buchmacher", die einführen in eine seltsame Wortwelt, deren Schusterjungen (die erste Zeile eines Absatzes steht am Fuß einer Seite) und Hurenkinder (die letzte Zeile eines Absatzes steht am Anfang einer Seite) zumeist noch bekannt sind, in der es aber auch von so seltsamen Wesen wie Zwiebelfischen (einzelner Buchstabe, der irrtümlich in einer anderen Schrift gesetzt wurde) und Nackenbeißern (auf dem Umschlag dieser Trivialromane sind meist Abbildungen hübscher Frauen zu sehen, die von einem meist älteren Mann in den Nacken geküsst werden) wimmelt; und fünf Mal werden Romananfänge von Klassiker aus den USA, Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich (Musil) aneinandergereiht. Dazwischen gibt es jede Menge Buchtitel (Reiseführer, Bücher für Fußfetischisten, für Mamas, Kochbücher, Bücher über das Schwimmen ...), werden Bücher-Esser vorgestellt, Kundenwünsche preisgegeben und dergleichen mehr.

Gelesen wird unter der Regie von Wolfgang Stockmann von drei viel beschäftigten Schauspielern, Stephan Benson, Kai Maertens und Norman Hacker, der unter anderem an der Oper Graz beschäftigt war. Machen sie ihre Sache gut? Zumindest gilt, bei keinem der kurzen Tracks entsteht der Eindruck, er dauerte zu lange. Obwohl mich die künstliche Süffisanz, mit der die Begriffe der Buchmacher erklärt werden, doch etwas genervt hat. Ich weiß auch nicht, ob man so aufdringlich auf das Lachhafte einiger Listen hätte hinweisen müssen. Immerhin hat sich die Regie wenigstens nicht dazu hinreißen lassen, wie in amerikanischen Comedies an der richtigen Stelle, also nach jedem Kalauer, Gelächter einzublenden. Wie Lichtenberg einmal anmerkt, kann man auch lesen, um nicht denken zu müssen. Dieses Hörbuch läuft Gefahr, uns das Denken zu sehr abnehmen zu wollen.

 

Helmut Sturm
29. Jänner 2007

Originalbeitrag

Für die Rezensionen sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich. Sie geben nicht notwendig die Meinung der Redaktion wieder.

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