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Leseprobe: Max Blaeulich - "Stackler oder Die Maschinerie der Nacht."

So hörte man ihn nörgeln, wenn er über die Zukunft sprach. "Die Österreicher – geborene Zauderer, viel zu wenig radikal. Wahrscheinlich gehemmter aufgrund ihrer Blutmischung mit den Slawen und Juden, nicht so kühn wie die Deutschen. Österreicher sind gegen sich selber radikal, nur nicht gegen ihre Feinde. Der Feind steckt als Blutanteil im Österreicher, und dieser Feind wird gepflegt, er wird bemitleidet, und am liebsten fraternisiert der Österreicher noch mit ihm. Typisch. Sogar seinem Todfeind bietet er Zigaretten an oder macht ihm den Diener. Umso mehr wird er den Juden oder Slawen in sich verzärteln. Die Frage ist ohnehin auf dem Tablett, ob nicht der Österreicher schon mehr ostisch ist als arisch? Wie soll er seinem unreinen Blut ein Ende machen? Der Österreicher will kein Ende. Er erträgt lieber Schmerzen ohne Ende. Er ist ein Masochist. Deshalb erreicht der Österreicher nie wirklich Größe, sondern nur Mausrigkeit. Obwohl die schlaue Maus ihre Macht sehr wohl erkennt, spielt sie ihre Mausrigkeit nur so weit aus, dass ihre Jäger sie nicht erwischen. Am liebsten wäre die Maus eine Ratte, eine dicke, fette, schlaue Ratte. Doch die Maus traut sich eine Ratte nicht wirklich zu, weil sie zu feige ist, rücksichtslos zu sein wie eine Ratte. Der Österreicher ist eine Maus auf dem Sprung zur Ratte. Und genau das wird sich im Reich ändern. Der Österreicher wird zum Rattentum mutieren müssen, er wird sich zur Ratte aufmanterln müssen, will er nicht ewig die kleine Maus sein. Der Österreicher muss zur Ratte werden, wenn er überleben will, die Intelligenz dazu hat er. Das sieht jeder deutlich am Beispiel des Adolf Hitler. Als Physiologe sage ich, rücksichtslos wie eine Ratte muss der Deutsch-Österreicher sein, das morsche Gebälk Europas zum Einsturz bringen, selbst wenn dabei tausende Mäuschen draufgehen. Ratten sind die intelligentesten und klügsten Tiere in der Natur, Ratten haben Charakter. Damit die Brut nicht draufgeht, springt die eine für die andere ein. Der Österreicher bringt sich lieber selber um, statt sich für eine Idee zu opfern. Er ist und bleibt ein Zurückweicher. Das muss nicht nur an der Blutmischung liegen, es ist auch die Disziplin. Kühnheit kann durch Disziplin trainiert werden. Brillante Köpfe haben wir, nur sie zaudern, sie trauen sich selbst nichts zu. Die Österreicher sind keine Draufgänger, sondern weiche Künstlertypen, Barockmenschen, Theatergeher. Das muss sich, wie der Führer am letzten Parteitag in kleinerem Kreis zu Habicht sagte, ändern. Er kenne die ostmärkische Seele genau, doch nur als Deutscher erlebe der Österreicher seine Wiedergeburt in seinem Volkstum, in seiner Sprache und seinem Deutschtum."
(S 9f. )

© 2008 Residenz Verlag, St. Pölten/Salzburg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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