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Klaus Schlesinger

Kurzbiographie

Geboren 1937 in Berlin.
Chemie-Laborant, einige Semester Ingenieur-Schule,
bis 1963 Arbeit in Betriebs- und Universitätslabors,
1964-1965 Reportage-Kurs bei der Neuen Berliner Illustrierten unter Leitung des Schweizer Reporters Jean Villain.
Erste Erzählung 1960 in der "Neuen Deutschen Literatur".
1979 nach Protest gegen die Verurteilung des Schriftstellers Stefan Heym Ausschluß aus dem DDR-Schriftstellerverband.
1980 Übersiedlung nach Westberlin.
Seit 1991 wieder in Ostberlin. Am 11. Mai 2001 im Alter von 64 Jahren an Leukämie gestorben.

Werke

Bücher

  • Michael. Roman. Rostock 1971 (1972 unter dem Titel "Capellos Trommel" im Benziger Verlag, Zürich)
  • Hotel oder Hospital. Reportage. Rostock 1973.
  • Alte Filme. Erzählungen. Rostock und Frankfurt/M., 1977.
  • Leben im Winter. Erzählung. Frankfurt/M., 1980.
  • Matulla und Busch. Kurzroman. Frankfurt/M., 1984.
  • Fliegender Wechsel. Eine persönliche Chronik. Frankfurt/M. und Rostock, 1990.
  • Berliner Geschichten. "Operativer Schwerpunkt 'Selbstverlag'". Eine Autoren-Anthologie. Herausgegeben von Klaus Schlesinger, Ulrich Plenzdorf und Martin Stade. Frankfurt/M., 1995.
  • Die Sache mit Randow. Roman. Berlin, 1996.
  • Von der Schwierigkeit, Westler zu werden. Publizistik. Prosa. Berlin, 1998.
  • Trug. Roman. Berlin, 2000.

Filme

  • Kotte. Fernsehfilm 1977 (ZDF)
  • Leben im Winter. Fernsehfilm 1981 (ZDF)
  • Die Frosch-Intrige. Fernsehfilm 1987 (ZDF)
  • Ikarus. Spielfilm 1995 (DEFA)

außerdem Hörspiele, Reportagen und Essays

Pressestimmen

Zu "Die Sache mit Randow":

Schlesinger gelingt es mit dieser solide konstruierten Story, die Atmosphäre in den Anfangsjahren der DDR, raffiniert verflochten mit Szenen aus der Schlußphase der Republik zu zeichnen. Scheinbar mühelos, einfach über detailgenaue Beobachtungen und ungeheuer dichte Erinnerungssequenzen beschreibt er den Übergang vom "Dritten Reich" in ein neues Zwanssystem mit anderen Formen. (A. Stoltenberg, Die Welt, Juli 1996)

Weil Schlesinger nicht Historie nachbuchstabiert, sondern einen symbolischen Fall konstruiert hat, konnte er ein Sinnbild für die vierzig Jahre der DDR schaffen, in das die Trauer über alles vergehende Leben eingegangen ist. Die Schuld, um die es geht, erscheint weniger als politische Verfehlung denn als Verhinderung von Lebendigkeit. Die Trauer aber erstickt alles aufdringliche Moralisieren und macht die Erzählung schön. (G. Seibt, FAZ, August 1996)

Zu "Von der Schwierigkeit, Westler zu werden":

[...] es ist [...] nicht Schnee von gsetern, was man da zum Teil noch einmal zu lesen bekommt; vor allem darum nicht, weil Schlesinger keine wohlfeilen Formeln weder für den Osten noch für den Westen bereit hat. Er hat als Schriftsteller das Recht, auch in Vergleichen und Metaphern zu reden, die der politische Leitartikler nicht zu benutzen wagte. [...] In der Tat, sein so ungeschminkt ehrlicher Text sagt es auf jeder Seite: Widerstand zwecklos!
(Hans-Jürgen Schmitt, Süddeutsche Zeitung, März 1998)

Das ganze Berlin, in seiner real existierenden Teilung und Verdoppelung, war und ist dieses Autors Heimat. "Mein Berlin" nennt er sie und wundert sich, wieviele fremde Leute heute abreißend und neubauend nach dieser Stadt greifen, als wäre es die ihre. Er ist eine seßhafte Natur, die sich nur vorübergehend vertreiben ließ. Seit einigen Jahren lebt er wieder "in Mitte" - ein Heimgekehrter, der auf seinem Ort besteht.
(Friedrich Dieckmann, FAZ, März 1998)

Um einige Illusionen ärmer, aber ohne zu zögern, kehrte Klaus Schlesinger nach der Wende wieder in den Ostteil Berlins zurück. Dieser Grenzgänger, von Ost nach West und zurück, beschreibt hier seine Erfahrungen, Erlebnisse hüben und drüben, begründet sein Unbehagen in beiden Systemen, nur daß es aus dem jetzigen keine Fluchtmöglichkeiten mehr gibt, bedauert er zutierst. Er denkt nach über Gegenwart und Vergangenheit. Was ist wirklich passiert, fragt er, und was wird verdrängt. Seine Themen reichen vom Mauerbau, zur Russischen Botschaft bis zur heutigen Berliner Stadtentwicklung.
(Presseaussendung des Berliner Aufbau-Verlages, 1998)

Zu "Trug":

Klaus Schlesinger [...] kennt beide Hälften Berlins, beide Mentalitäten. Die Details und Episoden sind ihm vertraut. [...] Mit leichter Hand trifft er Verhaltensweisen und Sprachtöne in Ost wie West, übersetzt er die genau beobachtete Körpersprache und Mimik. [...] Schlesinger erzählt in seinem Roman "Trug" im Gleichnis des Doppelgänger-Motivs hintersinnig und kurzweilig davon, wie nur zwei Jahrzehnte, in gegensätzlichen Gesellschaftssystemen gelebt, unterschiedliche Sehweisen und Eigenschaften befördern.
(Stephan Reinhardt, Der Tagesspiegel, Juli 2000)

Vor [dem] autobiografischen Hintergrund zeigt der Erzähler mit bestechender Genauigkeit die surreale Normalität der durch Teilung gleichsam verdoppelten Stadt. Eimal mehr bestätigt der Roman "Trug" zugleich die Erfahrung, dass die literarische Verarbeitung gesellschaftlicher Zustände und politischer Verhältnisse erst eine Weile nach deren Untergang wirklich gelingen kann.
(Der Spiegel, Mai 2000)

Weitere Stimmen

Schlesinger ist kein Sprachorgler. Lakonisch kann er am besten. Der Reiz seiner Bücher liegt nicht in Ästhetik oder spekulativer Gewalt, sondern in ihrer Ehrlichkeit.
(Christoph Dieckmann, Die Zeit, 05/1997)

Schlesinger betrachtet gesellschaftliche Verhältnisse. Freilich nicht abstrakt, sondern indem er über die Menschen schreibt, die sie unter besonderen Umständen eingehen. Er gehört dazu, und so erzählt er viel über sich.
(Thomas Leinkauf, Berliner Zeitung, April 1998)

Klaus Schlesinger in einem Interview Jan/Feb 1999

In der DDR war mir das nie bewußt, aber ich hatte immer so ein Besitzergefühl. Es gab mir eine gewisse Kraft, wenn ich dachte, das gehört mir alles hier - zu einem siebzehnmillionstel Teil. Und deshalb konnte ich das Maul aufreißen und was dazu sagen. Ich habe diesen Begriff des Volkseigentums wörtlih genommen. Jetzt fühle ich mich manchmal fremd in der eigenen Stadt.

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