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Mimi Grossberg (1905-1997)

Eine österreichische Exilautorin in New York

Literaturhaus in Wien, 24. Juni bis 10. September 1999

Eine Ausstellung der Österreichischen Exilbibliothek
Erarbeitet von Christian Klösch
Künstlerische Gestaltung Alisa Douer
Gesamtkoordination Ursula Seeber

1997 starb im New York eine große Persönlichkeit der österreichischen Literatur. Über Jahrzehnte hatte Mimi Grossberg durch ihre Kreativität und Energie die österreichische Exilszene in New York geprägt. Sie war Lyrikerin, Vortragende, Herausgeberin, Organisationstalent und leidenschaftliche Dokumentaristin der österreichischen Exilliteratur und - nicht zuletzt - Modistin mit Meisterprüfung.
Bis ins hohe Alter trug Mimi Grossberg zusammen, was Autorinnen und Autoren österreichischer Herkunft im Exil geschaffen hatten, und wurde so auch zur Chronistin ihres eigenen Lebens.

Mimi Grossberg arbeitete in den 20er Jahren in Wien in der Volksbildung und stand in Verbindung mit Alfred Adler. Mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Norbert Grossberg, emigrierte sie 1938 nach New York. Die ersten Jahre der Emigration zeugen von finanzieller Not und der Sorge um die in Wien zurückgelassenen Eltern. Erst als sie sich kurz nach dem Krieg einer Gruppe um die Zeitschrift "Aufbau" anschloß und Rose Ausländer kennenlernte, begann Mimi Grossberg wieder intensiv zu schreiben.

In den 60er Jahren engagierte sie sich in der Exilorganisation Austrian Forum und baute ein dichtes literarisches Netzwerk auf. Sie lernte Ernst Waldinger, Friedrich Bergammer, Johannes und Gertrude Urzidil kennen und korrespondierte unter anderen mit Friderike Zweig und Gina Kaus. Mimi Grossberg gab in der Folge Anthologien österreichischer Exilautoren heraus und gestaltete am Österreichischen Kulturinstitut in New York die erste Ausstellung zum Thema ("Österreichische Autoren in Amerika", 1968).

Ende 1997 kam der Nachlaß Mimi Grossbergs an die Exilbibliothek. Die Ausstellung zeigte eine Fülle von Handschriften, Büchern, Fotos, Pressedokumenten und Lebenszeugnissen zur literarischen und editorischen Arbeit Mimi Grossbergs zwischen Wien und New York.
In vier Vitrinen wurde rund 50 Hüte aus dem Besitz Mimi Grossbergs mit Arbeitsmaterialien (Schnittbögen, Kundenkartei, Fotos) ausgestellt, die ihre künstlerische und kreative Persönlichkeit dokumentieren. Zur Eröffnung zeigte die Freie Gruppe "Kaleidoskop" als österreichische Uraufführung den Sketch "Refugeria" (1949) von Norbert Grossberg.

  • Begleitbuch
    Christian Klösch: Mimi Grossberg (1905-1997). Eine österreichische Exilautorin in New York. Wien: Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, 1999 (ZIRKULAR Sondernummer. 54).- 60 Seiten; brosch.; m. Abb.; EUR 7,20. ISBN 3-900-467-54.

Mimi Grossberg (1905-1997)Eine österreichische Exilautorin in New York

Literaturhaus in Wien, 24. Juni bis 10. September 1999

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