Asyl wider Willen.

Exil in Österreich 1933-1938

Eine Ausstellung der Österreichischen Exilbibliothek
Konzept und Koordination: Ursula Seeber
Literaturhaus in Wien, 25. März bis 27. April 2000

"Wien war damals noch ein Asyl."
Wie der deutsche Schriftsteller, Regisseur und Pazifist Rudolf Frank fand nach der Machtübernahme Hitlers 1933 eine große Gruppe von Flüchtlingen aus Deutschland vorübergehend ein Refugium in Österreich, unter den bekanntesten Oskar Maria Graf, Franz Mehring, Alfred Polgar, Adrienne Thomas, Bruno Walter oder Carl Zuckmayer.

Obwohl der austrofaschistische "Ständestaat" ein Regime war, das sich abweisend gegenüber Flüchtlingen verhielt und - nach dem Bürgerkrieg vom Februar 1934 - selbst Anlaß zu einer Fluchtwelle gab, soll seine Rolle als Fluchtstation und "Asyl wider Willen" nicht unterschätzt werden.

Diese Ausstellung zu einem bisher wenig beachteten Thema der Forschung präsentierte ausgewählte Beispiele des politischen, wissenschaftlichen, literarisch-künstlerischen und jüdischen Exils in Österreich 1933/34 bis 1938.

Anhand von historischem Quellenmaterial, Büchern, Handschriften, Fotos, Pressematerial und Lebensdokumenten öffentlichen und privaten Sammlungen (u. a. zu Bertolt Brecht, Alexander M. Frey, Rudolf Frank, Oskar Maria Graf, Joe Lederer, Jesse Thoor, Hermynia Zur Mühlen) wurden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Flüchtlinge, die politischen, konfessionellen und nichtinstitutionellen Netzwerke ebenso dokumentiert wie Aspekte der Zeitschriften- und Verlagsgeschichte, Aspekte von Theater und Kabarett, Musik, Film und Kunst des Exils in Österreich.

Im Kontext der Ausstellung fand vom 24. bis 26. März die Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung "Exil in Österreich - das österreichische Exil" statt.

Asyl wider Willen.

Exil in Österreich 1933-1938