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Basisinformationen zu Verlagsverträgen


Nach österreichischem Recht besteht für Verlagsverträge grundsätzlich Vertragsfreiheit. Die Vertragspartner/innen vereinbaren einerseits auf der Grundlage der allgemeinen Vertragsbestimmungen des ABGB und des Urheberrechtsgesetzes ihren Vertrag im eigenen Ermessen.

Im wesentlichen besteht ein Verlagsvertrag aus zwei Teilen: Der Verpflichtung des Verlags, das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten, und der des Autors/der Autorin, das Werk dem Verlag zur Vervielfältigung und Verbreitung zur Verfügung zu stellen.

§ 1172 ABGB: Durch den Verlagsvertrag verpflichtet sich der Urheber eines Werkes der Literatur, der Tonkunst oder der bildenden Künste oder sein Rechtsnachfolger, das Werk einem anderen zur Vervielfältigung und Verbreitung für eigene Rechnung zu überlassen, dieser (der Verleger) dagegen, das Werk zu vervielfältigen und die Vervielfältigungsstücke zu verbreiten.

Eine weitere Grundlage zur Gestaltung von Verlagsverträgen besteht in Norm- und Musterverträgen oder Empfehlungen zum Abschluß von Verlagsverträgen. Normverträge enstehen durch die gesetzliche Befugnis, Standardverträge abschließen zu dürfen, Musterverträge beruhen auf freiwilliger Vereinbarung von Standardverträgen zwischen Interessen- und Branchenverbänden. Beide Vertragsarten, Norm- und Mustervertrag, geben Standards vor, die nicht unterboten werden sollten. In Deutschland per Normvertrag, in der Schweiz per Muster-Verlagsvertrag und in Österreich ab 1. Februar 2015 per Mustervertrag.


Zum österreichischen Muster-Verlagsvertrag

Mit dem Mustervertrag, der zwischen der IG Autorinnen Autoren und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/Verlegerverband ausgehandelt wurde, steht in Österreich publizierenden Autorinnen und Autoren ein Instrument zur Verfügung, mit dem sie die Qualität angebotener Verträge selbst überprüfen und Abweichungen reklamieren können.

Verträge mit besseren Bedingungen für Autorinnen und Autoren, als die im Mustervertrag angeführten, können selbstverständlich immer abgeschlossen werden, Verträge mit schlechteren Bedingungen für Autorinnen und Autoren, als die im Mustervertrag enthaltenen, sollen ausgeschlossen werden.

Nicht alle Rechtseinräumungen, die in diesem Mustervertrag aufgelistet sind, müssen in jedem Vertrag enthalten sein. Scheinen sie jedoch in einem Vertrag auf, sollten sie den Vorgaben des Mustervertrages entsprechen.

Empfehlungen zur Höhe der Honorierung von Autorinnen und Autoren enthält der Mustervertrag keine, es ist jedoch eine Honorarerhöhung bei höheren Verkaufszahlen vorgesehen. (Erfahrungswerte können jederzeit bei der IG Autorinnen Autoren erfragt werden.)

Zum Mustervertrag wurde ein Rahmenvertrag abgeschlossen, der Angaben zum Geltungsbereich des Mustervertrags enthält und den Umgang der Vertragsparteien mit dem Mustervertrag regelt.

Muster-Verlagsvertrag (inkl. Rahmenvertrag)


Empfehlungen zum Abschluß von Verlagsverträgen


Es haben zwar auch mündliche Vereinbarungen Gültigkeit, um aber in Zweifels- und Konfliktfällen über verläßliche Quellen zu verfügen, sollten Verträge grundsätzlich immer schriftlich abgeschlossen werden. Und vor allem: Ein Vertrag sollte erst dann unterschrieben werden, wenn alle Punkte im Detail überprüft worden sind.

Für österreichische bzw. in Österreich lebende Autorinnen und Autoren besteht die Möglichkeit zur kostenlosen Überprüfung von Verlagsverträgen durch die IG Autorinnen Autoren.

Besondere Vorsicht ist bei sogenannten "Selbstzahlerverlagen" bzw. "Druckkostenzuschußverlagen" geboten. Vor allem junge und/oder noch unerfahrene Autor/inn/en werden häufig mit Verlagsangeboten konfrontiert, die eine finanzielle Beteiligung des Autors oder der Autorin vorsehen. Die IG Autorinnen Autoren rät allen Autor/inn/en dringend von Verlagen ab, die das finanzielle Risiko auf die Autor/inn/en abwälzen. Zumal die Erfahrungen zeigen, daß diese Verlage nicht nur einen zweifelhaften Ruf in der Branche haben, sondern auch wenig bis nichts in die Werbung und den Vertrieb investieren: Die Verbreitung des Buches ist somit nicht genügend gewährleistet.


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