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Leseprobe: Edith Kneifl - "Glücklich, wer vergisst."

Der Rosenwind hatte nachgelassen. Der Tag neigte sich dem Ende zu. Als am frühen Abend das Wasser wieder zu einer spiegelnden Fläche wurde und man den Grund des Sees nicht nur erahnen, sondern auch sehen konnte, stand sie allein auf einem hölzernen Steg.
Sie ging in die Knie, tauchte ihre Hände in das kühle Nass. Dann sprang sie hinein. Schwamm weit hinaus, ließ sich auf dem stillen Wasser treiben. Kraulte erst knapp vor Einbruch der Dunkelheit zurück ans Ufer.
Sie kletterte die wacklige Leiter des Steges hinauf, wickelte das Handtuch um ihren kindlichen Körper, griff nach Jeans und Sweater und ging zum Bootshaus, das völlig im Dunkeln lag.
Als sie nur mehr ein paar Schritte entfernt war, nahm sie den Lichtschimmer hinter den halb geschlossenen Fensterläden wahr. Neugierig schlich sie näher, stellte sich auf die Zehenspitzen und spähte durch den Spalt.
Das alte Ruderboot wurde von einer Kerze schwach beleuchtet. Schemenhaft zeichneten sich zwei Gestalten im Boot ab.
Plötzlich vernahm sie eigenartige Geräusche: Leises Wimmern, Schluchzen, ein unterdrückter Schrei: "Nein, bitte nicht ..." Die folgenden Worte gingen im Plätschern der Wellen unter.
Das Wimmern wurde lauter: "Hör auf, Du tust mir weh!"
Sie zitterte, kreidebleich im Gesicht. Vorsichtig öffnete sie die Tür des Bootshauses. Das erste, was sie sah, war der nackte, pickelige Hintern eines Mannes. Sein Rücken verdeckte zur Hälfte das Gesicht und die rotblonde Haarpracht einer Frau. Die Flamme der Kerze erleuchtete ihre vor Angst und Schmerz weit aufgerissenen Augen. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sie begriff, was sich hier abspielte. Ihre Freundin lag auf dem Rücken, den Kopf an die Bank gelegt. Der Mann kniete über ihr und bewegte seinen Hintern auf und ab. Seine Finger kneteten die kleinen prallen Brüste.
(S. 7f)

© 2009 Haymon Verlag, Innsbruck-Wien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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