logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   
Facebook Literaturhaus Wien Instagram Literaturhaus Wien

FÖRDERGEBER

Bundeskanzleramt

Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Leseprobe: Franz Josef Czernin- "Anna und Franz."

Jetzt hatte es wieder zu donnern begonnen, während es doch schon anfing, überall schrecklich ruhig und still zu werden. Denn von dem Boot bis zu der Höhle, an die sich das Staubkorn erinnerte, von der Puppe bis zur Rüstung, die in den Augen des Drachen deutlich wurde, der sich für einen Igel wie eine Distel anfühlte; von der Rose, die so schön und dumm war wie eine Gans, die von einem Schwein, das hässlich war, gefressen wurde, bis zu Ratte, die so von sich redete, als wäre sie der König jener Maus, die an ein Staubkorn dachte, das sich mit einer Mücke verglich, die eine Spinne anbettelte; von dem Drachen, der in Form einer Blume, die blau war, sein Maul wie einen Kelch öffnete, der sich von dem Maul eines Fisches deutlicher unterschied als von dem Schnabel einer Gans, bis zum Schwan, dessen Hals den Rüssel eines Elefanten berührte, der wie ein Felsen aussah, der einer erstarrenden Katze glich, die jeden Hund schon so längst gefressen hatte, dass das Kind mit seiner Puppe spielte wie mit dem Vogel, der es an sich selbst erinnerte; von dem Schwein, das zu fett war, um in den blauen Kelch der Blume zu fallen, die mit der glänzenden Rüstung eines Ritters verwandt war, aus der sich ein Elefant seine dicke Haut machte, bis zur Schlange, die auch aus den Staubkörnern bestand, die zu einem Schwarm von Fischen oder Vögeln werden konnten, von denen jeder schön und weiss wie ein Schwan wurde, der so zischte wie eine Schlange, deren Zahn so spitz war wie die Stacheln einer Distel oder so rot wie die Rose eines Dorns, der seinen Schatten so warf wie der Rüssel eines Elefanten, der dem Hals des Schwans glich, der sich von dem Leib der Schlange unterschied, leuchtete alles auf einmal allem anderen ein, nämlich so, dass alles von dem Schwert bis zu dem Dorn, von dem Ritter bis zu dem Kind, von der Distel bis zu der Maus, von dem Löwen bis zu der Schlange, von dem Elefanten bis zu dem Schwan, in dem Augenblick ganz und gar aufblitzte, in dem sowohl der gierige Wolf in Form eines schönen Schafs in das gierige Schaf in Form eines schönen Wolfs überging, als auch das schöne Schaf in Form eines gierigen Wolfs in den schönen Wolf in Form eines gierigen Schafs, und das nicht zuletzt sowohl im Sinne des Königs in Form eines Bettlers und im Sinne des Bettlers in Form eines König. (S. 128f.)

(c) 1998, Haymon, Innsbruck.
Publikation mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Eva Schörkhuber Die Gerissene (Edition Atelier, 2021) - online

Mi, 03.03.2021, 19.00 Neuerscheinung Frühjahr 2021 / Buchpräsentation mit Lesung, Gespräch &...

Raphaela Edelbauer DAVE (Klett-Cotta, 2021) - online

Do, 04.03.2021, 19.00 Uhr Neuerscheinung Frühjahr 2021 / Buchpräsentation mit Lesung, Gespräch...

Ausstellung
Claudia Bitter – Die Sprache der Dinge

verlängert bis 22.04.2021 Seit rund 15 Jahren ist die Autorin Claudia Bitter auch bildnerisch...

Tipp
Zum Nachsehen: Der großartige Zeman Stadlober Leseklub Adventskalender

Um den Advent und den zweiten Lockdown ein bisschen zu versüßen, wurde im Dezember 2020 der...

Incentives – Austrian Literature in Translation

Neu: Xaver Bayer, Irene Diwiak, Sandra Gugic und Cornelia Travnicek!