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Peter Reutterer: Siesta mit Magdalena.

Eine Novella.
Gosau: arovell Verlag, 2010.
ISBN 9783902547149.

Link zur Leseprobe

Zeit für eine poetische Liebesgeschichte

"Das Blau von Magdalenas Augen verschwimmt mit dem Grün der meinen. Spürbar, wie unsere Arme sich öffnen".
Der Ich-Erzähler Beno in Peter Reutterers Novelle "Siesta mit Magdalena" trifft in seinem 50. Lebensjahr seine Kindheitsliebe wieder. Sie finden sich wieder im Erinnern ihrer Jugenderlebnisse und ähnlicher Schicksale ihres vergangenen Lebens. Beide sind verheiratet, haben Familie. Bald erkennt er: "Glasklar in mir das Gefühl, Magdalena lieben zu wollen. (...) Ihre Liebe von Kindheit an mit mir verlinkt."
Was sich daraus entwickelt ist die Erfüllung seiner Sehnsucht nach körperlicher Verschmelzung und Liebe. "An unserem Lebensnachmittag in größtmögliche Liebe verrückt." (...)

Beno und Magdalena treffen sich, sooft es ihr Arbeits- und Familienleben erlaubt. Ihre Liebe, das Glück der körperlichen Verschmelzung – "mein Seelenleib" nennt er sie –, hält den Alltag auf Distanz. Beide erleben ihre Vereinigung, ihr Beisammensein intensiv. "Unsere Hände verschlungen wie unsere Worte. Wir erlösen einander."
Doch das Leben zwischen Alltag und Liebesglück fordert seinen Tribut. Magdalena bricht bei einem gemeinsamen Aufenthalt im Süden zusammen, Beno wird von Alpträumen verfolgt. Wieder zurück aus dem Süden stellen sich viele Fragen nach dem Warum. "Oder haben wir vergessen, unsere Liebe auf irdische Gegebenheiten abzustimmen? Haben wir es nicht verstanden, mit den übersteigerten Energien umzugehen?"
Die Leserin, der Leser findet sich am Ende hart auf den Boden der Realität wieder. Eine gemeinsame Zukunft kann sich Beno mit seiner "märchenhaften Novella" nicht vorstellen.

Peter Reutterers Novelle "Siesta mit Magdalena" beschreibt die Affäre eines Mannes in der Mitte seines Lebens. Nun sind solche Geschichten alltäglich.
Was diesen Text aber besonders lesenswert macht, ist die Sprache, der Stil von Peter Reutterer. Er versteht es wie in vielen seiner Texte auch hier meisterhaft, Erotik und Körperlichkeit mit starken lyrischen Bildern zu benennen. Die verkürzte Syntaktik sorgt für Tempo und Musikalität.

Ein Text für LeserInnen, die sich Zeit nehmen, der lyrischen Sprache und dem Bilderreichtum zu folgen.

Maria M. Cervenka
12. September 2010

Originalbeitrag

Für die Rezensionen sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich. Sie geben nicht notwendig die Meinung der Redaktion wieder.

 

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