logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   
Facebook Literaturhaus Wien Instagram Literaturhaus Wien

FÖRDERGEBER

Bundeskanzleramt

Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Peter Campa: Die zweite Reise.

Erzählung.
Wien: Triton, 1997.
143 S., 17 Abb., geb.; öS 210.-.
ISBN 3-901310-45-2.

Link zur Leseprobe

Über Gumpendorf hinaus und nach Gumpendorf zurück führt die literarische Reise des Peter Campa: Hochpoetisch setzen die Beobachtungen am Sternenhimmel an ("Beteigeuze an der Schulter des Orion, Bellatrix und Rigel (Fuß), die Plejaden, die allmählich aus dem Tageslicht hervortreten ..."), rasch führt die Erinnerung ins Wien der 70er Jahre zurück: Die Drogen wurden härter, "Deep Purple" und "Black Sabbath" kamen auf, beim Theseustempel wurden Razzien veranstaltet, die Typen trugen Rauhlederjacken und Stiefel mit Fransen, machten finstere Gesichter und sagten oft nur mehr: "Pfau, Oida, ich pack' es nicht!"

Es ist der jähe Stilbruch, den sich Campa zu seinem vordringlichsten Darstellungsmittel erkoren hat. Die Attitüde des Flaneurs, der Ansatz zum hochfliegenden Gedankengang, wird von den Wiener Verhältnissen zielsicher auf den festen Boden der Tatsachen zurückgeholt. Dies trifft auch auf die Voraussetzung von Campas Buch zu, auf das Spazierengehen selbst. Aus dem Dunkel einer Quergasse treten dem Autor zwei uniformierte Gestalten entgegen. Der Dialog, der sich entspinnt, wird zum literarischen Programm: "Guten Abend", sagen die Herren, "was machen Sie hier?" "Ich gehe spazieren!" "Was? In Gerasdorf?"

Sei es in Gerasdorf, in der Brigittenau (Ecke Wexstraße/Burghardtgasse), in der U-Bahn Station Schottenring oder in der Mariahilferstraße, Peter Campas Wege führen dorthin, wo niemand einen Spaziergänger (und eben nicht: Window-Shopper) vermutet. Dabei ist es kein Feuilleton des Skurrilen und Abseitigen, das der Autor vorlegt, das Schreiben kommt hier ganz ohne den Gestus des Kulinarischen aus. Campa erzählt (zur Freude aller Einheimischen und zur noch viel größerer Freude aller Zugereisten) einfach nur Geschichten aus seiner Stadt. Beispielsweise jene von dem Schuhgeschäft am Stock-im-Eisen-Platz, in dem es bis in die frühen sechziger Jahre üblich gewesen sein soll, die frisch bekleideten Füße mit einem Röntgengerät (!) auf ihre Paßgenauigkeit zu überprüfen.

Geschichten wie diese gerinnen bei Peter Campa zu einem Genre, das jeder Mittelschüler aus eigener Anschauung kennt: Die Probleme führen fast zwangsläufig zum Problemaufsatz. Ob es sich um die Radioaktivität, die Gentechnik, Jörg Haider oder das Glück handelt, Campa hat stets ein Für, oftmals auch nur hartnäckige Widers parat, durchaus fulminant sind die Sätze, mit denen er solche Statements einzuleiten pflegt.
Überhaupt könnte die gymnasiale Literaturdidaktik von den wildgewordenen Problemaufsätzen des Peter Campa einiges profitieren, das Buch "Die zweite Reise" wäre auch als Schullektüre vorbehaltlos zu empfehlen.

Klaus Kastberger
10. Oktober 1997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Radio rosa 14 – U(n)topie Insel
Thomas Ballhausen | Michael Fischer | Sophie Reyer | Magda Woitzuck

Mo, 28.09.2020, 19.00 Uhr Text-Sound-Performances ACHTUNG Anmeldung erforderlich unter:...

„Lavant lesen IV“
Angela Krauß & Karl Wagner – „Ich hab ja auch Zeiten, wo ich grundlos glücklich bin“ – ABGESAGT

Di, 29.09.2020, 19.00 Uhr Lesung & Gespräch ACHTUNG: Die Veranstaltung muss aufgrund der...

Ausstellung
Claudia Bitter – Die Sprache der Dinge

14.09. bis 10.12.2020 Seit rund 15 Jahren ist die Autorin Claudia Bitter auch bildnerisch tätig....

Tipp
Incentives - Austrian Literature in Translation

Nava Ebrahimi, Monika Helfer, Sophie Reyer und Michael Stavaric sind die neuen AutorInnen auf...

Bücherflohmarkt

12.10. bis 29.10.2020 Bücherflohmarkt im Foyer des Literaturhauses Wien Mit neuwertigen...