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Alfred Kröner Verlag

Alfred Kröner Verlag                (März 1998)
Reinsburgstr. 56
D-70178 Stuttgart
Tel.: 49-711-61 55 363
Fax: 49-711-61 55 36-46
E-Mail: kontakt(at)kroener-verlag.de
Online: http://www.kroener-verlag.de

Am Anfang des heute durch sein geisteswissenschaftliches Sachbuchprogramm profilierten Alfred Kröner Verlags stand ein Zusammenschluß technisch orientierter Verlage. Der Stuttgarter Verleger Adolf von Kröner (1836-1911), Inhaber der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, erwarb 1897 den Architekturverlag Arnold Bergsträsser (Darmstadt), vereinigte ihn mit dem technischen Verlag der Cotta'schen Buchhandlung und übergab die beiden Verlage 1898 seinem Sohn Alfred. Alfred Kröner (1861-1922) arrondierte diesen Grundstock durch den Ankauf bedeutender ingenieurwissenschaftlicher Werke und setzte 1903 mit dem Erwerb des Emil Strauß Verlags (Bonn) einen neuen Akzent für den seit 1904 in Stuttgart firmierenden Alfred Kröner Verlag.

Mit der Übernahme des Strauß Verlags war Kröner Verleger von Autoren wie Wilhelm Wundt, David Friedrich Strauß oder Emile Durkheim geworden. Sein verlegerisches Interesse an den damals noch wenig bekannten Werken Friedrich Nietzsches führte zum Zerwürfnis mit dem Vater. Alfred Kröner zog 1907 mit seinem jungen Verlag nach Leipzig, um dort ungestört die aktuellen Entwicklungen vor allem der Philosophie, Soziologie, Psychologie und Religionskritik in seinem Verlagsprogramm vorzustellen.

1910 erschien als erster Höhepunkt dieses fortan konsequent erweiterten Verlagszweiges Friedrich Nietzsches Philologia 1866 - 1877, der erste Band der 1926 abgeschlossenen zwanzigbändigen Nietzsche-Ausgabe, der sogenannten Großoktavausgabe. Mit den Beständen des Emil Strauß Verlags hatte Alfred Kröner auch dessen "Volksausgabe" übernommen, steifkartonierte Hefte in Großoktav, in der 1899 so populäre Werke wie Ernst Haeckels Welträtsel oder Charles Darwins Abstammungslehre erschienen waren. Kröner ersetzte die billigen, aber kärglich ausgestatteten Broschüren durch blaue Leineneinbände in Kleinoktav und führte sie als KRÖNERS TASCHENAUSGABE (KTA) weiter, deren Maße zum Musterformat fast aller Taschenbuchverlage geworden sind.

Mit dieser Taschenausgabe begründete Alfred Kröner die heute noch gültige Firmenphilosophie, Schlüsseltexte der Geistes- und Kulturwissenschaften in soliden und zugleich preisgünstigen Ausgaben einem möglichst breiten Leserkreis zu erschließen. Neben sorgfältig edierten Quellenausgaben grundlegender Werke der Weltliteratur (Epiktet, Marc Aurel, Seneca) erschienen allgemeinverständliche Gesamtdarstellungen (Karl Heinemann: Die deutsche Dichtung, 1910) bestimmter Epochen und Themen sowie Wörterbücher, die mit weitaufgefächertem Stichwortspiegel und gezielten Literaturhinweisen zu verschiedenen Wissensbereichen Zugang bieten. Dies sind noch heute die drei Grundtypen von Kröners Taschenausgabe. Bis zu seinem Tod 1922 brachte Alfred Kröner 21 Bände heraus.

1922 übernahm Wilhelm Klemm die Geschäftsführung des als Kommanditgesellschaft weitergeführten Verlags. In rascher Folge erschienen bis 1937 über 100 neue Titel der Taschenausgabe. Klemm setzte neue Akzente durch die Edition literarischer und philosophischer Texte des Mittelalters (Augustinus, Thomas von Aquin) und durch die Herausgabe der philosophisch-ökonomischen Frühschriften von Karl Marx unmittelbar vor Hitlers Machtergreifung. Wegen "politischer Unzuverlässigkei" erhielt Wilhelm Klemm 1937 Berufsverbot. Im gleichen Jahr wurde der Verlag nach Stuttgart zurückverlegt, wo ihn Herbert Hoffmann weiterführte. Trotz widriger Umstände erschien bald nach Kriegsende eine Reihe von Werken, die inzwischen hohe Auflagen erzielt haben, wie die Deutsche Literaturgeschichte (Band 196, 1949) von Fritz Martini.

1950 übernahmen die Enkel des Verlagsgründers, Arno Klemm und Walter Kohrs, die Leitung des Verlags, der 1976 in ihren Besitz überging. Sie sahen ihre Hauptaufgabe in der Weiterführung und im planmäßigen Ausbau der Taschenausgabe, die inzwischen nahezu die Bandnummer 500 erreicht hat. Mit Rücksicht auf die konkurrierenden Taschenbuchverlage erschienen zunehmend mehr urheberrechtlich geschützte Originalwerke und Nachschlagewerke.

Der Ausbau des literaturwissenschaftlichen Programms wurde vor allem von Gero von Wilpert (1955 bis 1972 Cheflektor des Verlags) gefördert, der unter anderem das Sachwörterbuch der Literatur (die erste Ausgabe erschien 1955 als Band 231) verfaßte und das Lexikon der Weltliteratur in zwei großformatigen Bänden herausgab. Gemeinsam mit Adolf Gühring legte er 1967 mit dem Band Erstausgaben deutscher Dichtung (eine vollständig überarbeitete Ausgabe erschien 1992) ein Standardnachschlagewerk für alle Germanisten vor. 1962 bzw. 1976 erschienen als Band 300 und 301 die beiden von Elisabeth Frenzel betreuten Lexika Stoffe der Weltliteratur und Motive der Weltliteratur. Seit 1957 verlegt der Kröner Verlag auch das renommierte "Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft".

Für das Gebiet der Geschichte engagierte sich der Verlag bereits unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. 1958 erschien der erste Band des Handbuchs der historischen Stätten, das für Historiker und geschichtlich Interessierte gleichermaßen unentbehrlich geworden ist und inzwischen in sechzehn Bänden vorliegt. Daneben erschienen zahlreiche Ländergeschichten sowie als Großband außerhalb der KTA das Lexikon der deutschen Geschichte von Gerhard Taddey.

Das gegenwärtige Verlagsprogramm pflegt in der gesamten thematischen Vielfalt die Tradition anregender, gehaltvoller und gut ausgestatteter Bücher für einen möglichst großen Kreis kulturell interessierter Leser. Jährlich erscheinen zwischen fünf und zehn neue Titel; daneben steht gleichrangig die Pflege der Backlist durch regelmäßig aktualisierte Neuauflagen.

März 1998

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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