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Leseprobe: Manfred Chobot - Reise nach Unterkralowitz.

Für Großvater waren die Zeiten zu groß zum Altwerden. Für Volk und Vaterland. Mit 32 Jahren wurde Franz Chudy "zu den Waffen gerufen". Sich Taubstellen war für einen gelernten Metalldreher und Schlosser nicht denkbar. Patriotismus war überall deutlich zu hören. Ein junger Mann in Uniform, dem meine Vorstellung die Attribute des Alters verleiht. Gemeinsam hätten wir Großvaters 75. oder 80. Geburtstag feiern können. Jedoch waren da einst ein junger Mann und ein alter Kaiser, der Altersunterschied betrug 52 Jahre. Der eine lebte in der Hofburg und in seinem Sommerdomizil Schloss Schönbrunn – der andere lebte in Ottakring, in der Hasnerstraße auf Zimmer und Küche mit seiner Frau und zwei Kindern. Wasser und Klo auf dem Gang.

Franz Joseph überlebte Franz Chudy um zehn Monate. Franz Joseph war 86 Jahre, als er in dem Schloss starb, wo er geboren wurde; Franz Chudy starb mit 34 Jahren in Kriegsgefangenschaft. Warum ließ Großvater seinen Sohn, der im Jahr des sechzigjährigen Kaiserjubiläums geboren wurde, auf den Namen Franz Josef taufen? Josef, nicht Joseph. Hat sich Franz Chudy den Staat, in dem er lebte und für den er kämpfte, nicht anders denn als Kaiserreich vorstellen können? War Franz Chudy stolz auf "seine" k. u. k. Monarchie? Ich hätte Großvater gern zum Vater gehabt.
( S. 37)

© 2009 Limbus Verlag, Hohenems

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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