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Erich Fried im Großformat

Poster Plakate Positionen 30.09.2013-30.01.2014

Holzschnitt von Johannes Strugalla mit Erich Frieds Gedicht "Entwöhnung" (Edition F. Depalles, Mainz); Privatsammlung Volker Kaukoreit

 

Anlässlich des 25. Todestages von Erich Fried (1921–1988) präsentiert das Literaturhaus Wien unter dem Titel Erich Fried im Großformat eine Schau, die anhand von Plakaten und Postern die enorme öffentliche Präsenz zeigt, die dieser von seinem literarischen und politischen Engagement stetig angetriebene Dichter zeit seines Lebens hatte.

Seit dem Ende seiner Tätigkeit als politischer Kommentator bei der BBC 1968 war Fried von England aus unermüdlich im deutschsprachigen Raum unterwegs, was natürlich auch der existenziellen Absicherung des 1938 von der NS-Diktatur auf die britische Insel Vertriebenen diente. Seine Lesereisen führten Fried in seine ehemalige Heimat Österreich, die Schweiz und vor allem nach Deutschland. Er trat in Schulen und an Universitäten auf, in alternativen Kultureinrichtungen und bei Veranstaltungen politischer Organisationen wie dem Republikanischen Club und Amnesty International.

Erich Fried im Großformat zeigt eine repräsentative Auswahl an originalen Lesungs-, Verlags-, Theater-, Gedicht- und Ausstellungsplakaten, ergänzt durch Fotos, Zeitungsausschnitte sowie Ton- und Filmdokumente. Fried – wegen seiner regen Tourtätigkeit von Freunden „literarischer Wanderrabbi“ genannt – ist in der Schau nicht nur als politisch-kritischer Zeitzeuge und Kommentator oder als bedeutender Shakespeare-Übersetzer zu erleben, sondern vor allem auch als charismatischer Vorleser, der – fast wie ein Popstar – besonders junge Menschen in Scharen anzog. In dem antifaschistischen (Exil-)Schriftsteller begegnete ihnen ein ungewöhnlich aufgeschlossener Vertreter einer älte­ren, nicht geschichtsverdrängenden Generation, mit dem sich vor, während und nach seinen Lesungen tabulos über gesellschaftliche Erfahrungen, Enttäuschungen und Utopien, Literatur und Leben debattieren ließ.

Den Publikumsmagneten Fried dokumentieren zahlreiche Medienberichte wie etwa jener einer Mannheimer Tageszeitung: "Sie saßen vor ihm, hinter ihm, auf mitgebrachten Klapphockern oder einfach auf dem Fußboden."

Kurator/in: Volker Kaukoreit (Verwalter des Fried-Nachlasses am Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien), Tanja Gausterer (Literaturwissenschaftlerin, Wien)

Eröffnung: 25.09.2013, 19.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 30.09.2013–30.01.2014
Öffnungszeiten: Mo – Do 9.00–17.00 Uhr
Führungen auf Anfrage

(In Zusammenarbeit mit der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache anlässlich der Erich Fried Tage 2013 06.–10.11.2013)



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