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Lisa Spalt "Do you remember IT?"


Lisa Spalt: "ad astra", Foto: Literaturhaus Wien

Verlängert bis 31.1.2013

Mit Do you remember IT? hat die Autorin Lisa Spalt eine Ausstellung zu ihrem kürzlich erschienen Prosaband Dings (Czernin, 2012) gestaltet, die das Dings zum Museumsobjekt erhebt, es aus der Sphäre des Vergessenen, Verdrängten heraus zu etwas hebt, das Zeichen einer Geschichte trägt, ohne sie jedoch erzählen zu können.

Ein Dings, das ist zunächst einmal ein Objekt, dem weder ein Name noch eine Funktion zuordenbar ist. Im engeren Sinn dieses Textes ist es aber ein Partikel, etwas, das von etwas anderem abgebrochen oder abgerissen ist, etwas, das man in den Straßen der Städte finden kann und das man nur ganz selten überhaupt mit einem bewussten Blick würdigt.
Lisa Spalt, geb. 1970 in Hohenems. Studium der Deutschen Philologie und Romanistik. Lebt in Wien. Veröffentlichte zuletzt: Grimms (Ritter, 2007), Blüten. Ein Gebrauchsgegenstand (Czernin, 2010). www.lisaspalt.info

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80. Ein knallroter, fast handtellergroßer Kreis. Die erhabene, winzige Drei. Ein konzentrisch gerilltes Zünglein in Form eines Ringsegments. Gegenüber fünf rechteckige, geknickte Laschen, die durch einen weiteren Ring miteinander verbunden. Eine zusätzliche erwiese sich als vom Ring abgerissen. Als wärst du dir bei der Trennung mit fünf Fingern durch die Haare gefahren. Eine Strähne hätte sich von deiner Frisur gelöst. Ach, das war ja dieser Moment. Der Kunststoff, der beim Abreißen weiß, wie knöchern, geworden ist. Du drehst das Dings um neunzig Grad und siehst, dass es sich nur um die Darstellung eines aufgeblasenen Kugelfischs handelt. Die Bedrohung wäre, erkenntest du, noch abwendbar gewesen, wenn auch lebensgefährlich.

81. Währenddessen aber auf dem Asphalt bereits dieser blitzblaue, fast handtellergroße Kreis. Die erhabene winzige Sechs. Sechs, durch einen Außenring verbundene Laschen, vier davon vom Kreis abgerissen. Eine Erhebung aus der Zweidimensionalität, die noch nicht abgeschlossen wäre. Zählbare Einheiten, die, gegeneinander verschoben, Zahnräder bilden. Hier würde das Kommende aus der Zeit heraus sich gerade zum undefinierten Objekt skulptieren. (aus: Lisa Spalt Dings, Czernin, 2012)


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