logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

FÖRDERGEBER

Bundeskanzleramt

Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Stefan Slupetzky: Absurdes Glück.

Bittersüße Geschichten.
Wien: Picus Verlag, 2010.
116 S.; geb.; EUR 16,90.
ISBN 978-3-85452-476-2.

Link zur Leseprobe

Absurdes Glück, Stefan Slupetzkys neues Werk, ist U-Bahn-Lektüre: Geschichten in der richtigen Länge für die Fahrt von A nach B.

Schwarzhumorig und skurril lernen wir in der an Roald Dahl erinnernden "Wiener Romanze" Lizzy und Luzy kennen, die fast alles haben – nur keine Wohnung. Doch sie haben Charly, denn der hat eine übrig ...

Diese erste Geschichte ist auch die mit Abstand gelungenste. Etwas weniger aufregend folgt ihr die Erzählung von "Doc und Joy", ihres Zeichens links und rechts zweier unterschiedlicher Paar Schuhe, die auf einer überstürzten Flucht vor der "Sitte" romantischen Gefühlen frönen.

Zum Schmunzeln hingegen bringt "Bazzazza". In einer Weinbrandinsel für Schiffbrüchige, soziale Nichtschwimmer und ökonomische Wracks finden sich eines Abends ein zittriger Alter und ein "vogelartiges Tier von unbeschreiblicher Hässlichkeit" ein. Sobald es eine Flasche Rum getrunken hat, entfaltet das Vogerl apokalyptische Fähigkeiten und wird zum gefiederten Todesboten ...

Manch einer Geschichte liegt zwar eine interessante Idee zugrunde, doch lässt die Umsetzung zu wünschen übrig. Andere hingegen berichten, wie der Titel verheißt, gelungen vom absurden Glück oder dessen Abwesenheit.

So etwa die Geschichte vom Kondensmilchmann, der jeden Tag beim "Fröhlichen Moren" eine Dose Kondensmilch besorgt, weil man in Supermärkten etwas zu kaufen hat. Kondensmilch ist praktisch, weil sie lang hält, auch wenn man sie nie zu konsumieren beabsichtigt. In den Supermarkt muss der Kondensmilchmann, weil er dort die Apfelfrau sieht. Die Apfelfrau kauft täglich einen Apfel. Der Kondensmilchmann spricht sie nicht an. Er will nicht aufdringlich sein; er träumt und kauft Kondensmilch.

"Absurdes Glück" ist leichte Kost für zwischendurch, doch bin ich als Lemmingleserin von den Kurzgeschichten mitunter enttäuscht. Slupetzky kann gesellschaftskritischer und intelligenter unterhalten, als er es – mit einigen Ausnahmen – diesmal tut.

Christine Schranz
10. November 2010

Originalbeitrag

Für die Rezensionen sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich. Sie geben nicht notwendig die Meinung der Redaktion wieder.

 

 

 

 

 



Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Schreibworkshop für Mädchen von 10 bis 15 Jahren im Literaturhaus Wien

Do, 29.08.2019 10.00 bis 13.00 Uhr Eingang Seidengasse 13 Du schreibst gerne Geschichten,...

Junge LiteraturhausWerkstatt

Mi, 11.09.2019, 18.00–20.00 Uhr Schreibwerkstatt für 14- bis 20-Jährige Du schreibst? Du bist...

Ausstellung
Christine Lavant – "Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß"

09.05. bis 25.09.2019 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrem Werk und die...

"Der erste Satz – Das ganze Buch"
– Sechzig erste Sätze –
Ein Projekt von Margit Schreiner

24.06.2019 bis 28.05.2020 Nach Margret Kreidl konnte die Autorin Margit Schreiner als...

Tipp
OUT NOW - flugschrift Nr. 27 von Marianne Jungmaier

Eine Collage generiert aus Schlaf und flankiert von weiteren auf der Rückseite angeordneten...

Literaturfestivals in Österreich

Bachmannpreis in Klagenfurt, Tauriska am Großvenediger, Ö-Tone und Summerstage in Wien – der...