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Leseprobe: Anja Utler - ausgeübt. Eine Kurskorrektur.

Ich bin da, übern Zaun ist der Zwinger, da liegt er. Ich komme als einfach Regung des Nachmittags, so lange schon gehe ich her, ich denke, wir wissen nichts anderes mehr als ich: wackliger Fleck, blass, ein verwaschenes Schaben aus der Mechanik des Tags, wie die unklare Linie Metall auf der Zunge, bevor der Eigner am Abend ein Wasser bringt. Dann war ich schon aus dem Feld gerutscht, kleiner Abschein vom Morgenlicht, das jeden Tag kräftig herein, eine drängende Schneide, aber schnell weich vor den Schatten, dem Dunkel aus Auge. Fell, weicht es zu sich.

Und ich tauche auch in die Dichte aus Schwarz, Grau und Braun, er schaut nicht auf mich. Ich drehe mich nach seinem Blick; trete fest mit den Augen die Erde, über die wenigen Steinchen, Stück schütteren Rasen, eine knappe Strecke ist es zur Mauer vor seinem Gesicht. Und er tauscht sich ein mit der Schupfer, den Drähten, die Mauer in seinen Augen und liegt ruhig als kaum schnaufender Riss, wechselnde Felle, als fielen sie alle zusammen und nichts. Um die Hausecke Ahnung von Regung und wie ich herausgestanzt und –gesprungen, ein flackernd gefangenes Kügelchen, blitzt, diesen Nachmittag über muss ich da nichts.

Danach viele Jahre gewöhnlicher Zeit. Ich beweglich und frei, denke nicht an die Nachmittage, und selten an die zu warme Nacht: ich still im ersten Stock hinterm Glas, zwei Straßen, in ihrem Kreuz ist die Hochwasserwiese, der Hund kreuz und quer. Der Mond hilft ihm nach oben: bis in die Seile der Hochspannung kommt dann sein Rücken als Linie Licht, schießt. Kreuz und quer tanzen alle Büschel Gerüche für die eine Nase, dieses eine Mal reicht sie hinein, sie einmal stecken, reißen, bespringen, bepissen. Dass er nicht aufschreit. Viele Minuten lang ist das alles zu leise, die Freileitungen sirren nur einfache Nacht.

(S. 7/8)

© 2011 Edition Korrespondenzen, Wien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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