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Leseprobe: Radek Knapp - Reise nach Kalino.

Seit Julius Werkazy zurückdenken konnte, teilte er Probleme in zwei Kategorien ein: in solche, denen er ausweichen konnte, wie unbezahlte Rechnungen, und in solche, die er wohl nie loswerden würde, wie seinen eigenen Namen. Jedes Mal, wenn er ihn auf der Tür seines Büros sah, glaubte er, eine bösartige Macht hätte ihn mit einem zweifelhaften Pseudonym bedacht, das er nicht auf der Tür, sondern eines Tages auch auf seinem Grabstein würde ertragen müssen.
(S. 5)

„Kalino ist vollkommen abgeschottet von der Außenwelt. Die haben dort eine Nullsättigung elektromagnetischer Wellen fertiggebracht.“
„Kannst du mir das freundlicherweise übersetzen?“
„Das bedeutet, dass kein Signal, und ich meine wirklich kein Signal, rein- oder rauskommt. Es gibt um Kalino einen Zaun, der ein extrem magnetisches Feld erzeugt. …“
(S. 12, 13)

„Es ist nicht irgendeine Stadt.“ Osmos legte zärtlich die Handfläche auf den Schirm. „Wir leben bereits seit drei Jahrzehnten ganz abgeschottet von der Außenwelt. In dieser Zeit hat sich hier eine einzigartige Gesellschaft entwickelt. Wir verfügen über eine ausgereifte Infrastruktur, eine Industrie und sogar eine eigene Energieform. Aber unsere größte Errungenschaft sind die Kalinianer selbst.“
(S. 30)

„… Wie ist Kalino?“
„Ungefähr so, wie du sagtest. Alle leben glücklich und in guter Form vor sich hin und scheinen nichts anderes zu tun, als sich in Lokalen zu entspannen. Sie haben keinen Stress oder Probleme, und zum Frühstück bekommen alle Nektar und Ambrosia, weshalb sie wie Filmstars aussehen. Über allem wacht Osmos. Ob wie ein Vater oder eher wie ein Gott, lässt sich noch nicht genau sagen. Und ja, beinahe hätte ich es vergessen, die halten sich alle für unsterblich. Trotzdem haben wir hier einen Mord.“
(S. 51)

„… Ich wurde unruhig. Irgendetwas Unheilvolles lag in der Luft. Schließlich bemerkte ich das durchgeschnittene Seil. Ich geriet in Panik und griff sofort nach dem Telefon, um den Gründer anzurufen. Aber das funktionierte ja nicht. Also lief ich zurück zum Wagen und fuhr, so schnell es ging, zum Anwesen des Gründers. Unterwegs kam ich kurz von der Straße ab und beschädigte dabei den Wagen. Aber ich schaffte es irgendwie anzukommen, stürmte in das Haus des Gründers und erzählte ihm, was passiert war.“
„Und wie reagierte er?“
Laszlo schwieg, als sei ihm plötzlich etwas unangenehm. Dann sagte er: „Den Umständen entsprechend.“
(S. 142, 143)

„Nun, Sie sind nicht der erste Wissenschaftler, der aus Begeisterung für ein technisches Wunderding übersieht, dass es eine Bombe ist.“
(S. 203)

„… Die Nachfrage nach Kalino ist riesengroß. Unsere Mitmenschen da draußen wollen kein Gold mehr, sondern ein hübsches Gesicht und das Gefühl, dass sie so bis in alle Ewigkeit weitermachen können. Kalino ist das neue Gold.“
(S. 224)


© 2012 Piper Verlag, München-Zürich.

 

 

 

 

 


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