andere (W)orte - literarische Begegnungen in Europa

Do, 25.November, 19 Uhr 2004

mitSprache - Lesung und Gespräch

Die Bekanntschaft mit der Literatur anderer Kulturen, literarische Begegnungen machen die Differenzen und die Ähnlichkeiten der Kulturen in Europa sensibler beobachtbar, emotional erfahrbar und besser begreifbar. TZVETA SOFRONIEVA, die Gedichte auf Bulgarisch und Prosa auf Deutsch schreibt, und SABINE SCHOLL, beide Kennerinnen mehrerer Kulturen, lesen aus ihren Texten und diskutieren mit der Wiener Literaturwissenschafterin ALEXANDRA MILLNER über Sprache und Identität, interkulturelle Unterschiede im Literaturverständnis, das Gedächtnis der Wörter, über belastete (W)orte, über eine gemeinsame Entmythologisierung der Geschichte und über die Missverständnisse und Potenziale der Mehrsprachigkeit in einer erweiterten EU. Denn um eine mit(einander)Sprache in Europa muss noch gerungen werden.

Tzveta Sofronieva, geboren in Sofia, lebt als freie Autorin in Berlin. Gründerin der interkulturellen Initiative "Verbotene Worte". Auf Deutsch erschienen u. a. der Gedichtband "Gefangen im Licht" (Biblion, 1999) und die Erzählung "Berlin-Sofia-Berlin" in "Feuer, Lebenslust!" (Klett-Cotta, 2003).

Sabine Scholl, geboren in Grieskirchen (OÖ), lebte, lehrte und schrieb die letzten Jahre in Chicago, New York, Nagoya und Berlin, verfasste Theoretisches und Literarisches zum Leben zwischen den Sprachen und Kulturen, z. B. die Essays "Die Welt als Ausland" (Sonderzahl, 1999) und den Roman "Die geheimen Aufzeichnungen Marinas" (Berlin-Verlag, 2000).