literaturhaus.at - newsletter Nr. 2 / Mai 2010      Archiv









Wissenschaft und
Entertainment:
Am Abend gibts
"Monte Gelati".
11. Juni 2010
Literaturhaus




Graduiertentagung junger LiteraturwissenschafterInnen

Freitag, 11. Juni 2010, ab 9.30 Uhr

Der Fokus der zweiten Graduiertentagung junger LiteraturwissenschaftlerInnen liegt auf der Relevanz literaturtheoretischer Modelle für komparatistische Arbeiten. Die TagungsteilnehmerInnen werden vom Standpunkt ihrer Forschungsinteressen ausgehend kurze Impulsvorträge halten, die sich u. a. folgenden Fragen widmen:

Welche Theorien sind in der jüngsten komparatistischen Auseinandersetzung "en vogue" bzw. nach wie vor oder wieder aktuell?
Welchen Wert hat Theorie für die jeweiligen Projekte?
Welches Interesse kann eine junge Komparatistik an verstärkter Theoretisierung haben?

Im Anschluss an die thematisch gebündelten Panels sind Plenumsdiskussionen geplant.

Zum genauen Programm

Ab ca. 20 Uhr: Schlagerabend mit "Monte Gelati"

MONTE GELATI ist seit Jahrzehnten einer der größten Schlagerstars Italiens und Frankreichs. Seit seinem ersten und natürlich triumphalen Österreich-Auftritt im Sommer 2009 begeistert er auch hierzulande die Massen. Mit Smash-Hits wie "Veronika", "Moustache monumentale", "Mutter Theresa" und vielen mehr wird dieser grandiose Entertainer die Mauern des ehrwürdigen Literaturhauses zum Beben bringen.

(In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universiät Wien, //complit.univie.ac.at)






Doron Rabinovici und Robert Schindel

Sabine Scholl mit StudentInnen

Gustav Ernst

Fotos: Sabine Konrath


Prominenter Gast im Mai:
Sibylle Lewitscharoff
liest aus "Apostoloff".


Neu an der "Angewandten":
Bachelorstudium "Sprachkunst"

Seit dem Wintersemester 2009/10 wird an der Universität für angewandte Kunst das künstlerische Bakkalaureat-Studium Sprachkunst angeboten.
Parallel dazu wurde das Institut für Sprachkunst an der Angewandten gegründet. Schreiben, Lesen und kritische Reflexion sollen das Studium prägen. Institutsleiter ist der Autor Robert Schindel, er und Sabine Scholl bilden das ProfessorInnenteam. Lydia Mischkulnig, Doron Rabinovici, Ferdinand Schmatz, Gustav Ernst, Orhan Kipcac, Christof Subik u. a. bieten als Lehrbeauftragte verschiedenste Veranstaltungen an.

Das Ziel ist, AbsolventInnen in den beiden Bereichen Textproduktion und Textvermittlung zu qualifizieren. Textproduktion meint hier die Entstehung neuer, literarischer Texte, vom Entwurf bis zur Niederschrift, die Überarbeitung und Übersetzung, und zwar in allen Textgattungen und in gattungsübergreifenden Arten wie experimentelle, performative und schriftüberschreitende Literatur sowie multi- & transmediale Literatur.

Das Institut für Sprachkunst Wien wurde nach den Vorbildern Leipzig, Hildesheim und Biel ausgerichtet. Die Ausbildung ist für Studierende gedacht, die drei Jahre lang verschiedenste literarische Techniken und grenzüberschreitende Methoden erlernen, eine Abschlussarbeit verfassen und dafür den Titel eines Bachelors erhalten.
Das Institut bietet einerseits ein breit gefächertes Angebot an Lehrenden, die die Vielfalt der deutschsprachigen Literaturszene repräsentieren, sowie eine intensive Betreuung der Studierenden durch die ProfessorInnen. Andererseits stellen anerkannte AutorInnen ihre Poetiken in Form von Werkstattgesprächen und Lesungen vor.
Die erste ist Sibylle Lewitscharoff, sie liest am 19. Mai aus ihrem Roman "Apostoloff", um 19.30 Uhr im Lichthof der "Angewandten".

Dass das Institut für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst angegliedert ist, vergrößert seinen Spielraum zusätzlich. Ein Austausch mit anderen Instituten, wie der Druckgrafik, Malerei, Medientheorie, Mode, Buchkunst, Wissenstransfer, Philosophie, etc. ist möglich. In Zusammenarbeit mit der Schule für Dichtung sind außerdem kurzfristige Interventionen zu erweiterten Formen sprachlichen Ausdrucks geplant.

Bewerbungen für das kommende Studienjahr sind bis 25. Juni möglich, es müssen neben den formellen Bewerbungsunterlagen auch literarische Textproben eingereicht werden. Geeignete BewerberInnen werden dann zur Zulassungsprüfung im September eingeladen.








Preisträgerin
Christine Angerhofer
Foto: privat


Übersetzerpreis der Stadt Wien

Der Übersetzerpreis der Stadt Wien 2009 zum Thema "Reiseliteratur" wurde vergeben. Der seit 1993 ausgeschriebene Preis zeichnet Übersetzerinnen und Übersetzer aus, die am Beginn ihrer Berufslaufbahn stehen. Als solcher ist er einzigartig im deutschen Sprachraum.

Den mit 3.700 EUR dotierten Preis erhält - nun schon zum zweiten Mal - Christine Angerhofer für ihre Übersetzung von "Abenteuer und frühere Seereisen des Jakob Haafner von C.M. Haafner" aus dem Niederländischen.

Anerkennungsprämien in Höhe von 800 EUR erhalten Sara Heigl (Türkisch), Johanna Marx (Russisch), Susanne Müller (Spanisch), Ivan Ristic (Serbisch) und Claudia Schreiner (Englisch).

Die offizielle Preisverleihung findet nächstes Jahr - zusammen mit den Ausgezeichneten der nächsten Runde - im Literaturhaus statt.

Das Kulturamt der Stadt Wien finanziert darüberhinaus auch eine Übersetzerförderung, die Arbeits- und Reisestipendien für erfahrene literarische ÜbersetzerInnen umfasst. Preis und Stipendien werden von der Übersetzergemeinschaft administriert:

Anfragen: Nadja Grössing
Infos: Übersetzerförderungen

Die bisherigen PreisträgerInnen

  • 1993 György Buda
  • 1994 Claudia Szankowsky
  • 1995 Gabriele Sauberer,Felix Eder
  • 1996 Dörte Eliass
  • 1997 György Buda
  • 1998 Renate Nentwig
  • 1999 Theresia Prammer
  • 2000 Angelika Chot
  • 2001 Christine Okresek
  • 2002 Christine Hermann
  • 2003 Christine Angerhofer
  • 2004 Maria Weissenböck
  • 2005 Katharina Salas-Torrero
  • 2006 István Orbán
  • 2007 Friederike Kulcsar
  • 2008 Johanna Marx
  • 2009 Christine Angerhofer


Theaterprogramme zu
Arthur Schnitzlers
"Mademoiselle Else"

Théâtre de l'Athénée-Louis-Jouvet, Paris, 1992.
Foto: Nicolas Treatt

Petit Théâtre de Paris, 1999.
Foto: Sylvianne LeForestier

Vorlass Heinz Schwarzinger

Der österreichische Übersetzer, Dramaturg und Staatspreisträger Heinz Schwarzinger (Paris) überließ der Handschriftensammlung der Dokumentationsstelle einen Teil seiner Arbeitsunterlagen und Sammlungen zum österreichischen Theater in Frankreich.
Die Materialien stammen vorwiegend aus den 80er und 90er Jahren und dokumentieren die Rezeption österreichischer Theaterautoren in Frankreich, speziell Ödön von Horváth, Arthur Schnitzler, Elias Canetti, Karl Kraus, Werner Schwab und Elfriede Jelinek.

Der Bestand umfasst 28 Boxen mit Typoskripten von Übersetzungen Heinz Schwarzingers (unter dem Pseudonym Henri Christophe), arbeitsbegleitende Korrespondenzen, Disketten, Sammlungen von Programmheften und Plakaten, Ton- und Videomaterial, Presseausschnitte zu den Aufführungen, Aufsätze, Bücher und Ausstellungstafeln. Die Materialien sind vorgeordnet.


Heinz Markstein
© Alisa Douer

Ferdinand Piesen
© Alisa Douer

Haim Schneider
© Exilbibliothek

Neuerwerbungen der Exilbibliothek 2010

Die Exilbibliothek hat in letzter Zeit Zuwächse mit einem Schwerpunkt auf dem Exil in Lateinamerika erfahren.
Roberto Kalmar hat uns aus dem Nachlass seines Onkels Fritz Kalmar (Wien 1911 - 2008 Montevideo) Manuskripte, Theaterzettel, Zeitungsausschnitte, Programme und eine umfangreiche Sammlung von Typoskripten überlassen, die Fritz Kalmars Korrespondententätigkeit für deutsche Medien (1960er Jahre ff.) dokumentieren und die bereits vorhandene Sammlung der EB ergänzen. (Fritz Kalmar)

Elisabeth Markstein hat der Exilbibliothek den Teilnachlass (N1.EB-55) ihres Mannes Heinz Markstein (Wien 1924 - 2008 Wien) geschenkt. Heinz Markstein emigrierte 1938 nach Bolivien, 1945 ging er nach Argentinien und war nach der Rückkehr nach Österreich u. a. Journalist der "Österreichischen Volksstimme", 1962-64 Auslandskorrespondent in Prag. Ab 1970 lebte er als freier Schriftsteller und Journalist in Wien.

Ferdinand Piesen (Krakau 1909 - 1994 Paris) war Dirigent, Komponist, Kabarettist (Literatur am Naschmarkt) und Fotograf, 1937 emigrierte er nach Frankreich. Durch eine Schenkung von Jutta Perisson-Waldmüller (Paris) kamen 60 z. T. großformatige Fotos (Naturaufnahmen, Porträts und Theaterfotos, 1970er Jahre ff) an die Exilbibliothek sowie eine Joseph Roth zugeordnete Schreibmaschine Marke Hermes Baby, Mitte 1930er Jahre, mit hs. Vermerk über den Besitzerwechsel.

Haim Schneider, geboren 1921 in Wien, konnte 1938 nach Palästina/Israel flüchten. Er wurde Lehrer an einer Fachschule für Feinmechanik, lebt in Jerusalem. Das Typoskript "Betrachtungen. Zweisprachige Gedichte für nachdenkliche Leute" enthält auf 99 Seiten Texte in deutscher und englischer Sprache.






Szene aus "Liebelei"


Szene aus "Rechnitz"


© Wiener Festwochen


Vermischtes

Österreichische Autoren bei den Wiener Festwochen

Vom 14. Mai bis 20. Juni finden die diesjährigen Wiener Festwochen statt.
In der Sparte Schauspiel sind gleich drei österreichische AutorInnen vertreten:

  • Arthur Schnitzler:
    Der schottische Dramatiker David Harrower hat Schnitzlers Drama "Liebelei" ins Englische übersetzt und unter dem Titel. Sweet Nothings mit jungen britischen Schauspielern auf die Bühne gebracht.

  • Elfriede Jelinek:
    Die Nobelpreisträgerin ist mit den Stücken Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie und Rechnitz (Der Würgeengel) vertreten. "Rechnitz" darf in Österreich nicht aufgeführt werden, für die Wiener Festwochen macht die Autorin eine Ausnahme.

  • Peter Handke:
    Seine Übersetzung von Euripides' Helena aus dem Altgriechischen ist im Burgtheater unter der Regie von Luc Bondy zu sehen.


Impressum / Abo

Herausgeber:
Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur
im Literaturhaus
Seidengasse 13
A-1070 Wien
Tel.: 0043 1 526 2044-0

Redaktion: Karin Fleisch, Sabine Schuster

Der Newsletter erscheint vierteljährlich.
Abo / Nachrichten an die Redaktion:
newsletter@literaturhaus.at





Schwarz/Weiss
Weiße Schrift auf weißem Grund beim Ausdrucken? Klicken Sie hier ---^