Staatsoperetten. Kunstverstörungen. Das kulturelle Klima der 1970er Jahre
Ausstellung im Literaturhaus Wien

2:Pressebereich Ausstellung 12. Februar bis 16. April

Eröffnung: Do, 11. Februar, 19 Uhr

... nur die Operette wird diesem Land und seinen Menschen gerecht, nicht des Kitsches wegen, sondern weil nur die Operette die brutale Wirklichkeit Österreichs widerzuspiegeln vermag.
Heinrich Steinfest

Die legendäre TV-Produktion "Staatsoperette" von Franz Novotny und Otto M. Zykan sorgte vom Projektbeginn 1975 bis zur Ausstrahlung im November 1977 für aufgeregte Diskussionen in der österreichischen Öffentlichkeit. Zu einem wesentlichen Teil hatte die Erregung mit dem Filmthema zu tun: die österreichische Geschichte der Zwischenkriegszeit bis zum Bürgerkrieg im Februar 1934.

Doch die "Staatsoperette" fällt auch in ein Jahrzehnt der leicht zu staatspolitischen Affären aufgeheizten Kulturkämpfe. Ob Wolfgang Bauers "Gespenster", Helmut Zenkers "Kottan ermittelt", die "Alpensaga" von Peter Turrini und Wilhelm Pevny, Valie Exports Film "Unsichtbare Gegner", das "blumenstück" von Gerhard Rühm oder Herbert Achternbuschs "Das Gespenst" - immer schlugen die Wellen des Volkszorns hoch, und rasch reagierten konservative Politiker mit parlamentarischen Anfragen zur "widerrechtlichen" Verwendung von Steuergeldern. In allen Fällen aber war schon wenige Jahre später die Aufregung von einst kaum mehr nachvollziehbar.

"Staatsoperetten. Kunstverstörungen." beleuchtet erstmals und umfassend das kulturelle und kulturpolitische Klima der 1970er Jahre und macht ein historisch nahes und mental fernes Kapitel der österreichischen Literatur- und Fernsehgeschichte neu lesbar.

Eine 100 Meter lange überdimensionierte Filmspirale mit einer "Bilderfolge" zur "Staatsoperette" und ihrer Skandalgeschichte durchquert das gesamte Literaturhaus, sekundiert von 14 Stationen, die mit Materialien aus den Archiven des Literaturhauses ausgewählte "Erregungsfälle" der Zeit präsentieren. Zu den Urhebern des "größten Skandals um ein musiktheatralisches Werk, den die Zweite Republik je erlebte" (Carsten Fastner, "Falter"), den "Staatsoperette"-Autoren Franz Novotny und Otto M. Zykan, präsentiert die Ausstellung bislang noch nie öffentlich gezeigte Dokumente rund um die Produktion und die Rezeption des TV-Films.

Eine Ausstellung der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im LITERATURHAUS Wien mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, NOLL KEIDER Rechtsanwälte, Franz Novotny und der Wissenschafts- und Forschungsförderung der Kulturabteilung der Stadt Wien.

Kuratorinnen: EVELYNE POLT-HEINZL, IRENE SUCHY
Ausstellungsgestalter: PETER KARLHUBER
Grafiker: GERHARD SPRING

Begleitbuch zur Ausstellung: "Staatsoperetten. Kunstverstörungen. Das kulturelle Klima der 1970er Jahre", 136 S., Euro 14,90

Führungen auf Anfrage: Anmeldungen unter 43/1/526 20 44-0

Öffnungszeiten der Ausstellung

Mo, Mi 9 - 17, Di 9 - 19, Fr 9 - 15 Uhr (Eingang: Seidengasse 13)





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