Oswald Egger: VAL DI NON – Leseprobe

Nach A und O: ein Stirngrat, das alles Joch davon kaum übersattelte, Hohlpässe, und die Unummuldungen der Talung: Knuppig gewulstete Wildbachwasserrinnen und Totholz-Gestrüppe fallender Scaglia quasi – ganz gipsbankige Kalke, aber – die Tobel-Moospolster strotzten vor aus der Sohle. Oder von solchen Tuff-Höfen Kolke, Zerrdeckschollennischen, d.i.: aus allenthalben gewaltige, isolierte, schroff igelige, Berg-massive Sattel; die Schiefern sintern runzelzellig, ununterfeuchtet, blockig; die wie Sickerköpfe often, unbetunnelt, vertieft zu steinringigen Krater-Gratschichten herausgewittert denudiert sind diese, unzählige Wölblöcherchen gefüllt mit Schmelz, mit gelbsplittrigen Kalkknollen wie Majolika, zwischen Kräuseln ausspitzendere Zungen und Gips-Mergel und Tal-Palsen, ach! Sumpf-Holme und, nach kurzem Verrollen, Grus-Geröll die weichbröckeligen Nesselgrasnarben Karren sind fast ganz vermorscht davon, am Quellast. Ein muscheliger Bruch, Pfützen und Mücken, mit Sandmaserungen, Höckern und Strudellöchern, in der Tal-Lücke sichtbar.

(S. 28)

© 2017 Suhrkamp Verlag, Berlin