flugschrift – Monika Rinck & Alexandra Turek - online


flugschrift Nr. 34 Cover / gestaltet von Monika Rinck

flugschrift Nr. 34 / gestaltet von Monika Rinck

flugschrift Nr. 32 Cover / gestaltet von Alexandra Turek

flugschrift Nr. 32 / gestaltet von Alexandra Turek

Monika Rinck, Foto: © Gene Clover

Alexandra Turek, Foto: © Nurith Wagner Strauss

Dieter Sperl, Foto: © Dieter Sperl

Fr, 30.04.2021, 19.00 Uhr

Zeitschriftenpräsentation mit Lesungen & Gespräch

Die Veranstaltung kann über den Live Stream auf unserer Homepage mitverfolgt werden.

Unter den Literaturzeitschriften nimmt die flugschrift – Literatur als Kunstform und Theorie eine besondere Stellung ein, denn sie ist die erste Literaturzeitschrift, die ausschließlich von einem Autor oder einer Autorin verantwortet wird.

"Die flugschrift ist eine große Seite Papier, mehrfach gefaltet, ein Hybrid zwischen Plakat – Zeitung – Flyer und Folder. Sie ist ein Publikations- und Experientier-Raum, eine Gestaltungsaufforderung an Autor/inn/en, eine Möglichkeitsform, die 48 x 68 cm beidseitig bedruckbare Fläche bietet, für die komprimierte Version eines Multiversums ineinander gefalteter Makro- und Mikrokosmen", so der Herausgeber und Autor Dieter Sperl.

Gemeinsam mit Barbara Zwiefelhofer und dem Grafiker Dominik Hruza lädt Sperl Autor/inn/en ein, diesen Zeichen-Raum zu bespielen; und ob sie diesen mit Manifesten, Zeichnungen, Fotos, Scherenschnitten, Trashpoetry, Comix, konkreter oder konzeptueller Poesie und Theorie befüllen, bleibt ihnen überlassen. "Wir laden AutorInnen ein, eine Ausgabe davon zu gestalten, wenn wir meinen, sie könnten das Projekt flugschrift an einem bestimmten Moment (der Entfaltung) (der Abfolge) erweitern oder in einer bestimmten Weise akzentuieren."

Seit Frühjahr 2012 sind insgesamt 34 flugschrift-Ausgaben erschienen. Es sind Autor/inn/en aller Generationen, die die Einladung angenommen haben – von Friederike Mayröcker und Gerhard Rühm bis Ann Cotten und Miroslava Svolikova, Teresa Präauer und Hanno Millesi. Auch internationale Künstler/innen wie die erst kürzlich verstorbene "Goddess of the Beat Generation" ruth weiss, der US-amerikanische Autor Mark Z. Danielewski und die kanadische Comic-Künstlerin Emily Carroll haben schon eine flugschrift gestaltet.

An diesem Abend hat Dieter Sperl die Autorinnen Monika Rinck (Ausgabe Nr. 34) und Alexandra Turek (Ausgabe Nr. 32) eingeladen, ihre flugschrift-Ausgaben zu präsentieren.

zu flugschrift Nr. 34gestaltet von Monika Rinck
In einer Zeit, in der Planungsprozesse wöchentlich verändert und angepasst werden – an das Virus, an die Mutationen, an die gesellschaftlichen Realitäten, in einer Zeit also, in der das sogenannte Zeitmanagement selbst jenseits jeglicher Planung angelangt scheint, landet Monika Rincks flugschrift-Ausgabe Planbarkeit.
Oder auch (und wie es im Text heißt): "Planen wir das Beste. Warten, was passiert. Das ist alles noch nicht zu Ende erzählt, weswegen im Rahmen der Konventionen des Genres eigentlich alles Mögliche passieren kann, sagt das sprechende Schaf. Geht durch das Tor. Es ist immer wieder neu."
Monika Rinck, geb. 1969 in Zweibrücken / Deutschland, lebt in Berlin und seit jüngstem auch in Wien. Seit 1998 diverse Veröffentlichungen. So erschien 1999 Neues von der Phasenfront bei b_books und 2001 das kommentierte Listengedicht Begriffsstudio in der Edition Sutstein. Dem folgten etliche Essay- und Lyrikbände im kookbooks Verlag, zum Beispiel AH, DAS LOVE-DING, Honigprotokolle und RISIKO & IDIOTIE. Im Jahr 2019 erschienen der Gedichtband Alle Türen (kookbooks) und das Lesebuch CHAMPAGNER FÜR DIE PFERDE im S. Fischer Verlag. 2017 erhielt Monika Rinck den Ernst-Jandl-Preis. Sie übersetzt gemeinsam mit Orsolya Kalász aus dem Ungarischen. Seit Oktober 2020 lehrt sie als Professorin am Institut für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst in Wien. www.begriffsstudio.de

zu flugschrift Nr. 32gestaltet von Alexandra Turek
Es seien in Sprache transformierte Fragmente des Augenblicks, Beobachtungen an den Rändern der Nacht, Leerstellen und Brüche, die kleinen Dinge des Alltags durchsetzt von Fotos, die die Wiener Dichterin Alexandra Turek bei ihren Reisen und Spaziergängen angefertigt hat und die auf der flugschrift nachzulesen sind. Auch gäbe es in ihrem Textkorpus Von gestern und morgen vielleicht einen biografischen Grundton, der die Prosagedichte durchziehe wie ein unterirdischer Fluss, fügt sie hinzu und weiter: "Die schöpferische Rolle der Sprache, Erinnerungen, Gelebtes und Ungelebtes, wird in unterschiedlichen Tonlagen erforscht." Die Texte von Alexandra Turek leben irgendwo zwischen der von Baudelaire anvisierten poetischen Prosa und der Sprach-Haltung (Handhabung) von Haiku-Dichtern.

Alexandra Turek, geb. 1971 in Wien, lebt ebendort. Studierte Publizistik und Kommunikations- wissenschaft, Politik, Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Promotion 2014 mit einer Arbeit über den französischen Dramatiker Bernard-Marie Koltès. Langjährige Tätigkeit als Theater-Dramaturgin, daneben Theaterstücke. Autorin und Übersetzerin. Hauptpreis der exil-Literaturpreise 2015. Veröffentlichungen von Lyrik und Kurzprosa in Literaturzeitschriften und Anthologien.