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Reinhard-Priessnitz-Preis 2021 für Simone Hirth


Foto: Alexander Gotter

Die Autorin Simone Hirth erhält den mit 4.000 Euro dotierten Reinhard-Priessnitz-Preis 2021. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, den 27. Oktober 2021 um 19.00 Uhr im Literaturhaus Wien statt. Die Laudatio wird die Journalistin und Literaturkritikerin Daniela Fürst halten.

In derselben Weise, wie in Simone Hirths Roman Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft eine junge Frau, die alles verloren hat, sich mit Zivilisationsmüll und gestohlenen Konsumgütern eine neue Lebenswelt zusammenbastelt, montiert die Autorin verschiedene Sprachhaltungen und Textsorten, Einkaufslisten, Elternverordnungen, Briefe, Gebete und Zitate, etwa aus dem "Handbuch für Betriebswirtschaften". Simone Hirths Romane ergeben ein vielgestaltiges, originelles Porträt einer zerbrochenen Welt, in der mit sprachlichem Formenreichtum und mit viel Witz überraschende, ungewöhnliche Zustände und Lebenshaltungen erprobt und erfunden werden.

So die Jury, der die Autoren Gustav Ernst und Robert Schindel angehören, in ihrer Begründung.

Der Reinhard-Priessnitz-Preis wird vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport finanziert und seit 1994 jährlich an Autor/inn/en vergeben, die in deutscher Sprache schreiben. Die Auswahl der Preisträger/innen erfolgt auf Vorschlag einer Jury, eine Einreichung ist nicht möglich. Die Auszeichnung erinnert an einen der bedeutendsten Vertreter der Neuen Poesie, an den Wiener Autor Reinhard Priessnitz, der 1985 40-jährig in Wien gestorben ist.

Bisherige Preisträger/innen:
Margret Kreidl (1994), Kathrin Röggla (1995), Hansjörg Zauner (1996), Lotte Podgornik (1997), Sabine Gruber (1998), Barbara Hundegger (1999), Heinz D. Heisl (2000), Christoph W. Bauer (2001), Birgit Müller-Wieland (2002), Olga Flor (2003), Xaver Bayer (2004), Gerhild Steinbuch (2005), Thomas Ballhausen (2006), Ann Cotten (2007), Angelika Reitzer (2008), Michael Hammerschmid (2009), Andrea Winkler (2010), Richard Obermayr (2011), Judith Nika Pfeifer (2012), Anna Weidenholzer (2013), Robert Prosser (2014), Anna-Elisabeth Mayer (2015), Sandra Gugic (2016), Hanno Millesi (2017), Antonio Fian (2018), Barbi Markovic (2019), Elias Hirschl (2020).

Simone Hirth, geb. 1985 in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Nach diversen Umzügen und Aushilfsjobs lebt sie heute als freischaffende Autorin in Kirchstetten (Niederösterreich). Verschiedene Preise und Stipendien, u. a.: Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg, Start-Stipendium des BMUKK, Schwäbischer Literaturpreis sowie Hans-Weigel-Literaturstipendium des Landes Niederösterreich. Ihr Debütroman Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft (Kremayr & Scheriau, 2016) wurde für den Alpha Literaturpreis nominiert. Zuletzt sind – ebenfalls bei Kremayr & Scheriau – die Romane Bananama (2018) und Das Loch (2020) erschienen.
 


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