logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   
Facebook Literaturhaus Wien Instagram Literaturhaus Wien

FÖRDERGEBER

Bundeskanzleramt

Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

traduki

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Leseprobe: Hans Eichhorn - "Circus Wols."

2. Feb. 99

Eine Biografie nachzeichnen: Er kann nicht zeichnen. Das dokumentierte Material studieren und Schlüsse daraus ziehen: Er ist nicht imstande zu studieren und Schlüsse zu ziehen. Wovon soll gesprochen werden, worüber nicht auch geschwiegen werden sollte? Wieviel kostete ein Wolsaquarell, zum Beispiel in der Dieulefit-Zeit? Henri-Pierre Roché wird den Kontakt herstellen zu dem Kunsthändler René Drouin, der in seiner Galerie auf der Place Vendome in Paris am 21. Dezember 1945 eine Ausstellung von Wolsarbeiten eröffnen wird. Die Kataloge berichten auch vom Sammler und Förderer Pierre Lévy, er hilft mit Lebensmittelpaketen und Kleidung. Angegeben wird: Schulterbreite 47 cm, Hosenlänge 102, Innenschritt 75; Hemdfarbe vorzugsweise dunkelblau, Unterwäsche hellblau oder kastanienbraun. Grün wurde völlig abgelehnt, das bringe Unglück. Nur zum Vergleich, ein von Gréty handgefertigter Hut kostete etwa 400 Francs; ein Aquarell von Wolfgang zwischen 500 und 2000 Francs. 1942 fand durch Vermittlung von Kay Boyle eine Ausstellung von Wolsarbeiten in der renommierten Betty Parson Gallery in New York statt. In einer Fußnote im Katalog der Hinweis, daß nicht nur Kay Boyle Wolsblätter mit nach New York gegeben wurden, sondern auch André Breton und Marcel Duchamp. Henri-Pierre Roché hatte Duchamp ja schon 1916 in New York kennengelernt. Nachdem er in Dieulefit oder vielleicht auch schon in Cassis zum wichtigen Gewährsmann von Gréty und Wolfgang wurde, ist anzunehmen, daß es tatsächlich eine Verbindung Wols, Roché und Duchamp gab. Vielleicht war Duchamp nicht unbeteiligt an der Organisation der Ausstellung von Wols in New York. Die Ausstellung in der Betty Parson Gallery dürfte jedenfalls kein Erfolg gewesen sein, man erfährt nichts von Verkäufen oder nachhaltigen Reaktionen darauf. Während andererseits zu lesen ist, daß im Juni 1993 bei Sotheby's in London eine Wolsarbeit für fast eine halbe Million DM an den neuen Besitzer ging. (S. 163f.)

© 2000, Residenz, Salzburg, Wien.
Publikation mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Literaturhaus Textwerkstatt

Di, 19.10.2021, 18.00–21.00 Uhr Schreibwerkstatt für 18- bis 26-Jährige In der Literaturhaus...

Junge LiteraturhausWerkstatt

Mi, 20.10.2021, 18.00–20.00 Uhr Schreibwerkstatt für 14- bis 20-Jährige Du möchtest dich mit...

Ausstellung
"Organisieren Sie sich!" – der Erste Österreichische Schriftstellerkongress 1981 und seine Nachwirkungen

Ausstellung anlässlich 30 Jahre Literaturhaus Wien 27.09.2021 bis 27.01.2022 Es war ein...

Tipp
OUT NOW: flugschrift Nr. 35 von Bettina Landl

Die aktuelle flugschrift Nr. 35 konstruiert : beschreibt : reflektiert : entdeckt den Raum [der...

INCENTIVES - AUSTRIAN LITERATURE IN TRANSLATION

Neue Buchtipps zu Ljuba Arnautovic, Eva Schörkhuber und Daniel Wisser auf Deutsch, Englisch,...